„Dieses Jahr war für alle Baumarten gut“, sagte Tom Drabinski vom Kreisforstamt Waldshut in der jüngsten Sitzung des Waldshut-Tiengener Gemeinderats rückblickend auf den regenreichen Sommer. Gleichwohl stellt der Klimawandel den Stadtwald der Doppelstadt mit einer Fläche von knapp 1300 Hektar vor große Herausforderungen. Drabinski präsentierte dem Gremium eine Halbzeitbilanz der Forsteinrichtung 2015 bis 2024. Mit diesem Begriff wird die Planung im Forstbetrieb über einen Zeitraum von zehn Jahren bezeichnet. „Zehn Jahre ist lange. Da passiert einiges“, erklärte er.

Als zentrale Kerngröße der Forsteinrichtung nannte Tom Drabinski den Holzeinschlag. Durchschnittlich 9250 Festmeter Holz sollten im Stadtwald jährlich im Zeitraum 2015 bis 2024 geerntet werden. Tatsächlich lag die Zahl bis 2019 bei 15.290 Festmetern im Durchschnitt pro Jahr. „Wir haben den Zehn-Jahres-Plan vorzeitig erfüllt“, sagte der Mitarbeiter des Kreisforstamts und nannte den Borkenkäferbefall, Stürme und Dürre als Hauptgründe für den überplanmäßigen Einschlag.

Für die restlichen Jahre der Periode bis 2024 sollen als Folge jährlich nur noch 7700 Festmeter Holz geschlagen werden. Der Gemeinderat stimmte der Änderung des Hiebsatzes einhellig zu. Bisher haben laut Drabinski Nadelhölzer wie Fichten im Waldshut-Tiengener Stadtwald dominiert. Aufgrund der Klimaentwicklung eigneten sich künftig Laubbäume besser für die Waldbewirtschaftung. Allerdings seien aus Laubholz geringere Erlöse zu erwarten.

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Auf sogenannten Verjüngungsflächen wurden in den vergangenen Jahren 23 verschiedene Baumarten gepflanzt. „Wir brauchen einen bunten Blumenstrauß mit einem Fundament aus bekannten Baumarten“, erklärte Tom Drabinski das Vorgehen. Armin Arzner, CDU-Stadtrat und Ortsvorsteher von Oberalpfen, sprach in der Sitzung das Thema Wildverbiss an Jungpflanzen an. „Wir sind mit den Jägern im Gespräch“, entgegnete Drabinski. Harald Würtenberger, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler und selbst Jäger, sagte dazu: „Wir sind bereit, intensiver zu jagen.“

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Petra Thyen erkundigte sich, ob die Pflanzung von „Bäumen aus dem Mittelmeerraum schon Früchte trägt“. Wie sich der Anteil der neuen Baumarten langfristig auf den Stadtwald auswirkt, lasse sich jetzt noch nicht sagen. Tom Drabinski weiter: „Wir bauen jetzt für die nächsten 50 bis 80 Jahre an.“

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