Während den Waldshutern ihr Heimatfest erst noch bevorsteht (in diesem Jahr wird die Chilbi sogar noch mit der Jubiläumszahl 550 geschmückt), haben die Tiengener schon Bilanz gezogen und festgestellt, dass ihr Schwyzertag 2018 insgesamt erfolgreich verlaufen sei. Auch am sprichwörtlich idealen Wetter, das allerdings nach wie vor außerhalb des Einflussbereichs der Organisatoren liegt, gab es nichts zu beanstanden. Selbstkritisch wiederum sah die Kommission „Anlass zu vertieftem Nachdenken über die Resonanz einzelner Programmpunkte“.

Zwar wurden diese nicht näher benannt, doch gewiss darf festgestellt werden: Der Fassanstich kann wohl nicht gemeint sein, denn das damit verbundene Freibier findet wohl immer den gebührenden Zuspruch. Aber auch so war dem Ausschank-Auftakt auf dem Marktplatz im wörtlichen Sinne ein durchschlagender Erfolg beschieden. Weil der für diese Zeremonie angekündigte Oberbürgermeister verhindert war (Philipp Frank musste zur gleichen Stunde den städtischen Spitalausstieg besiegeln), durfte seine Stellvertreterin Sylvia Döbele den Fassanstich vollziehen und setzte dabei eine hohe Messlatte für die bevorstehende Chilbi (17. bis 22. August), die traditionell ebenfalls mit dem Gerstensaft-Ritual startet.

Denn die Stadträtin kam mit einer rekordverdächtig niedrigen Schlagzahl aus: Zunftmeister Ralf Siebold zählte genau 4,5 Hiebe mit dem Holzhammer. Daraus kann man eigentlich nur eine Forderung ableiten: Frauenquote bei Fassanstichen.