Gut besucht war die Bürgerversammlung in Gaiß-Waldkirch, die coronabedingt diesmal in den Mai verschoben wurde. Ortsvorsteher Torsten Basler freute sich, unter den Gästen auch Oberbürgermeister Philipp Frank und die Ortsvorsteher aus den benachbarten Stadtteilen begrüßen zu können, Lorenz Eschbach aus Schmitzingen, Armin Arzner aus Oberalpfen und Matthias Schupp aus Eschbach.

Traditionelles Reh-Essen darf nicht fehlen

Zu Gast war auch Andreas Rutschmann, technischer Leiter der Stadtwerke Waldshut-Tiengen. Für einen musikalischen Auftakt sorgte der Musikverein Gaiß-Waldkirch unter der Leitung von Marina Reichmann. Die Oldtimerfreunde servierten das Rehessen, das traditionell von den Jagdpächtern gespendet wird.

OB: Tod von Joachim Baumert reißt große Lücke

OB Philipp Frank erinnerte zu Beginn seiner Ansprache an Baubürgermeister Joachim Baumert, der Ende März verstorben war. Es sei schwer für die Stadt, die große Lücke zu schließen, die Baumert hinterlassen habe. Inzwischen seien aber Bewerbungen eingegangen, um die Stelle neu zu besetzen. Dann dankte er allen, insbesondere den Pflegekräften, die dazu beigetragen hätten, „dass wir so durch die Pandemie gekommen sind.“

Viele Projekte derzeit am Laufen

Jetzt gehe es darum, die Ukraine-Flüchtlinge unterzubringen und vor allem die Kinder zu integrieren. „Aber dazu werden wir einen langen Atem brauchen“, so der OB. Aber die Arbeit sei weitergegangen, wenn auch unter erschwerten Bedingungen. Er listete die zahlreichen Projekte auf, die derzeit am Laufen seien, ganz vorne das neue Feuerwehrgerätehaus mit dem Kindergarten, ein Projekt, das wohl einmalig sein dürfte, auch aufgrund der platzsparenden Bauweise. Jetzt sei der Neubau des Feuerwehrgerätehauses für den Ausrückverband West in Planung. Zu den Großprojekten zähle auch die Kornhaussanierung, „die Heimat von zwölf Vereinen, dem Jugendtreff und der Stadtbibliothek“.

Baulanderschließung langsam an Grenze

Ein Riesenthema seien die anstehenden Schulsanierungen, die Ausstattung mit Fachräumen, Digitalisierung und Brandschutz, erklärte der Oberbürgermeister. Bei der Baulanderschließung sei die Stadt inzwischen an ihre Grenzen gestoßen, es seien kaum noch Flächen verfügbar, sodass man sich künftig stärker auf die vorhandenen Baulücken konzentrieren werde. Daneben sei der Klimaschutz stark in den Vordergrund getreten. Vor einem Jahr habe die Stadt einen Klima-Manager bestellt und es wurde ein Klimawandelpfad beim Wildgehege eingerichtet.

Breitband- und Leitungsausbau

Ortsvorsteher Torsten Basler stellte den Breitband- und Leitungsausbau sowie die Sanierung der Feld- und Waldwege in den Vordergrund, Wegstrecken, die sich auf 32 Kilometer summieren. Im letzten Jahr wurden 10.365 Euro in die Sanierung der Feldwege investiert. Für den Kinderspielplatz wurde vom Bauhof ein neues Klettergerüst angeliefert, das demnächst installiert werden soll.

Viel Raum beansprucht die Verlegung neuer Leitungen für Wasser, Strom und Breitband im Straßennetz von Gaiß. Danach, so erläuterte Andreas Rutschmann von den Stadtwerken, könnten die Dachständer von den Häusern entfernt werden. Ziel sei eine sichere Versorgung mit Strom, Wasser und schnellem Internet, das Mitte nächsten Jahres zur Verfügung stehen könnte. Dabei sei es wichtig, dass sich möglichst viele Hausbesitzer an dem Projekt beteiligen.

„Je mehr Kunden, desto besser die Voraussetzungen“, sagte Rutschmann. Der Hausanschluss werde von der Stadt für 555 Euro angeboten, „wobei die tatsächlichen Kosten weit höher liegen“, so Rutschmann. Ziel sei es daher, möglichst alle Häuser anzuschließen. Auch seitens der Bürger wurde angemahnt, den Breitbandausbau zu forcieren und sich an dem Projekt zu beteiligen.