Während die ländlichen Ortsteile von Waldshut-Tiengen einst eine Domäne der CDU waren, erzielte der Kandidat Niklas Nüssle von Bündnis 90/Die Grünen bei der Landtagswahl sein bestes Kreisstadt-Ergebnis mit 41,2 Prozent im Bezirk Gemeindehalle Eschbach. CDU-Bewerberin Sabine Hartmann-Müller wiederum kam dort auf lediglich 17 Prozent.

Schwächer in der Schmittenau

Auch in anderen ländlichen Ortsteilen erzielte der neu in den Landtag gewählte Niklas Nüssle für die Grünen starke Stimmenanteile: Etwa im Gemeindehaus Detzeln 40 Prozent, im Pfarrsaal Waldkirch, der auch die Gebiete Gaiß, Oberalpfen und Schmitzingen abdeckte, 32,8 Prozent, in der Gemeindehalle Gurtweil (zusammengelegt mit dem Bezirk Rathaus und Aichen-Gutenburg) 32 Prozent. Das schlechteste Resultat für den grünen Bewerber lag mit 17,4 Prozent im Bezirk Kindergarten Schmittenau. Der in diesem Stadtgebiet lebende FDP-Kandidat Harald Ebi kam dort mit seinem Heimvorteil auf 20,9 Prozent.

Wo die CDU stark war

Unterdessen konnte die CDU, wenn auch nicht im früheren Umfang, nach wie vor teilweise in den Ortsteilen punkten. Kandidatin Sabine Hartmann-Müller, die über die Landesliste den Wiedereinzug ins Stuttgarter Parlament schaffte, hatte ihr stärkstes Ergebnis mit 35,1 Prozent im Bezirk Pfarrsaal Waldkirch. Auch in Gurtweil (26,1 Prozent) und in Indlekofen (25,2 Prozent) liegen ihre Stimmanteile über dem Gesamtergebnis der CDU, das in Waldshut-Tiengen 21,9 Prozent beträgt.

AfD punktet im Bezirk CSH

Der aus dem Ortsteil Aichen stammende AfD-Bewerber Bernhard Boll erhielt im Waldshuter Wahlbezirk Christliche Schulen Hochrhein (CSH) mit 21,3 Prozent seinen größten Stimmenanteil. Am schlechtesten schnitt der ehemalige Stadtrat mit 4,6 Prozent im Gebiet Gemeindehalle Eschbach ab.

SPD-Höchstwert bei Realschule

Der SPD-Kandidat Peter Schallmayer aus Höchenschwand erzielte in der Großen Kreisstadt sein stärkstes Ergebnis mit 15,5 Prozent im Stimmbezirk Realschule Waldshut, zusammengelegt mit dem Gebiet Gewerbliche Schulen. Das schlechteste Resultat erhielt der Sozialdemokrat im Bezirk Gemeindehalle Indlekofen mit 1,8 Prozent der Stimmen.

FDP-Erfolg in Indlekofen

Im Wahllokal Indlekofen wiederum hat FDP-Kandidat Harald Ebi mit 26,1 Prozent sein bestes Resultat erzielt. Am schlechtesten schnitt der zum zweiten Mal bei einer Landtagswahl antretende Handwerksmeister im Bezirk Gemeindehalle Gurtweil ab, wo er 9,3 Prozent der Stimmen erhielt.

Niedrige Wahlbeteiligung

Die stadtweit niedrigste Wahlbeteiligung wurde mit lediglich 24,7 Prozent im Stimmbezirk Waldshuter Rathaus registriert. Am höchsten lag der Wert mit 43,2 Prozent in der Gemeindehalle Eschbach. Unter Einbezug der Briefwahl ergibt sich beim Gesamtergebnis eine Wahlbeteiligung von 54 Prozent. Das sind fast acht Prozentpunkte weniger als vor fünf Jahren.