Seit Weihnachten hatte das Land Baden-Württemberg den Grenzverkehr mit der Schweiz wegen der Corona-Pandemie stark eingeschränkt. Vor rund zwei Wochen wurden die Vorschriften und Einreisebeschränkungen wieder gelockert. Jetzt dürfen auch Kunden aus dem Nachbarland wieder in der Region einkaufen, sofern sie nicht länger als 24 Stunden bleiben. Seit den Lockerungen ist auch – sichtbar an den Fahrzeugen mit Schweizer Kennzeichen auf den Supermarkt-Parkplätzen – wieder deutlich mehr los in Waldshut-Tiengen. Damit es in den Gängen aber nicht zu voll wird und die Corona-Regeln eingehalten werden, haben viele Geschäfte strikte Regeln eingeführt. So ist das Einkaufen in vielen Läden nur mit Einkaufswagen beziehungsweise -korb erlaubt. Dadurch soll die Zahl der Kunden kontrolliert werden. Doch immer gibt es Kundenbeschwerden über Gedränge zwischen den Regalen und an der Kasse.

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Ralph Jänicke aus Waldshut-Tiengen schreibt in einer E-Mail an diese Zeitung über eine Erfahrung in Waldshut: „Am Samstag (22. Mai) wollten wir gegen 11 Uhr im Kaufland einkaufen. Gemäß den erlaubten Lockerungen gingen wir davon aus, dass der Zugang geregelt sein würde, zumal zwei von der Security den Eingang bewacht haben. Aber es gab keine Beschränkungen, jeder der wollte, konnte in den Discounter, alle Einkaufswagen waren verfügbar. Wir haben auf einen Einkauf verzichtet und das Geschäft umgehend verlassen, da keinerlei Abstandsregeln eingehalten wurden.“ Weiter schreibt er: „Zur gleichen Zeit waren im Lidl und Rewe die Anzahl der Einkaufswagen limitiert, um somit einigermaßen die Vorgaben einzuhalten.“

Auf Nachfrage dieser Zeitung gab Kaufland nicht an, wie viele Personen sich wegen der Corona-Beschränkungen maximal gleichzeitig in dem Waldshuter Einkaufsmarkt aufhalten dürfen. Auch zur Größe des Geschäfts gab das Unternehmen keine Auskunft. Allerdings könne anhand der Kassendurchlaufzahlen durchgängig überprüft werden, wie viele Kunden sich in der Filiale aufhalten, informiert die Presseabteilung. Weiter heißt es: „Bei Bedarf begrenzen wir zudem die Einkaufswagen und bitten jeden Kunden einen Einkaufwagen zu nutzen. Wenn notwendig werden wir auch durch Mitarbeiter von Sicherheitsdiensten unterstützt, die die entsprechende Kundenanzahl mit Eingangszählern überprüfen.“

Auch die Presseabteilung von Rewe gibt zur Größe und maximalen Kundenanzahl keine Auskunft. Allerdings ist derzeit ein Teil der Einkaufswagen bei Rewe in Waldshut sichtbar abgesperrt. Die Presseabteilung schreibt: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir grundsätzlich keine marktspezifischen Auskünfte zu Kundenzahlen und Regelungen geben können. Wo der Kundenzulauf dies notwendig macht, beschränken wir den Zugang zu den Märkten. Dies kann sowohl durch Einlasskontrollen als auch durch die Beschränkung der Anzahl der Einkaufswagen beziehungsweise -körbe geschehen. Über die jeweilige Regelung informieren wir unsere Kunden über Aushänge oder Plakate.“

Gesperrt wegen der coronabedingt begrenzten Kundenzahl sind diese Einkaufswagen des Rewe-Supermarkts in Waldshut.
Gesperrt wegen der coronabedingt begrenzten Kundenzahl sind diese Einkaufswagen des Rewe-Supermarkts in Waldshut. | Bild: Gerard, Roland

Die Presseabteilung von Edeka bestätigt ebenfalls auf Nachfrage: „Die Beschränkung der Kundenzahl wird beispielsweise über Maßnahmen wie Einlasskontrollen, digitale Kundenzähler oder die Verpflichtung, einen Einkaufswagen zu nutzen, umgesetzt. Insbesondere die Wagenpflicht, verbunden mit einer begrenzten Stückzahl von Einkaufswagen, ermöglicht eine pragmatische Kontrolle, dass sich nur die Maximalzahl der Kunden im Markt befindet.“

Lidl schreibt: „In unseren Filialen in Waldshut-Tiengen haben wir aufgrund der aktuellen behördlichen Vorgaben zur Begrenzung der Personenanzahl die Einkaufswagen im Verhältnis zur Verkaufsfläche reduziert. Die Verkaufsfläche in der Hebelstraße in Tiengen beträgt rund 1300 Quadratmeter, derzeit können 105 Kunden in der Filiale einkaufen. Unsere Filiale in der Robert-Gerwig-Straße verfügt über rund 1370 Quadratmeter, sodass dort aktuell 108 Kunden einkaufen können.“

Ralph Jänicke stellt in seiner E-Mail an diese Zeitung auch die Frage, ob es ausreichende Kontrollen durch das städtische Ordnungsamt gebe. Dazu Ralph Albrecht, Leiter der Behörde: „Wir gehen Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Kontrollen fanden und finden statt. Wie viele Kunden pro Geschäft maximal zur gleichen Zeit erlaubt sind, können wir über das Bauamt, das uns die Größe der Geschäfte mitteilen kann, errechnen. Die Kontrollen erledigt der städtische Vollzugsdienst; bei Gefahr im Verzug ist die Landespolizei zuständig.“ Er gibt aber auch zu bedenken, dass die subjektive Wahrnehmung bei jedem Kunden anders sein. Für den einen sei es vertretbar, in ein Geschäft zu gehen, obwohl es dort voll ist, die Einlassbeschränkung aber dennoch eingehalten sei, ein anderer Kunde verzichtet lieber. „Wir tun alles daran, für die Sicherheit zu sorgen.“