In der aktuellen Zeit, geprägt von Lockdown und Corona, kann in unserer Gesellschaft wohl kaum genug Optimismus versprüht werden. Und genau von diesem Thema handelte der Vortrag von Jens Weidner im Rahmen des Waldshuter Wissensforum, das der SÜDKURIER gemeinsam mit der Sparkasse Hochrhein veranstaltet. Doch um eine optimistische Haltung in der Corona-Krise ging es während des rund 1,5-stündigen digitalen Vortrags nicht.

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Stattdessen gab der Professor für Erziehungswissenschaften und Kriminologie – aus der Quarantäne in Hamburg per Livestream zugeschaltet – vor allem Tipps für eine erfolgreiche Karriere und Partnerschaft. Unterhaltsam und zugleich wissenschaftlich fundiert, sorgte Weidner mit Beispielen und Anekdoten für einen kurzweiligen Abend.

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„Optimismus bedeutet nicht, dass Sie heute glücklich sind“, erklärte der Sozialisationsforscher. Vielmehr sei der Optimismus eine begründete Wette auf die Zukunft. Daher ist die Vorfreude für den Optimismus enorm wichtig. Er selbst habe im April ganz optimistisch gewettet, dass es im Januar einen Corona-Impfstoff gibt. Und der Champagner als Wetteinsatz staple sich mittlerweile vor seiner Tür. Zudem bedarf Optimismus auch immer etwas Egoismus. „Wenn Sie optimistisch drauf sind, bedeutet es nicht, dass alle anderen glücklich sind“, betonte er.

Fünf Optimismus-Typen

Laut Weidner lassen sich in Deutschland fünf Optimismus-Typen unterscheiden. „Vier davon sind wunderbar, aber einer ist ein echter Karriere-Garant“, versprach er.

Als weniger erfolgreiche Optimisten gelten beispielsweise der fatalistische oder der heimliche Optimist, der Karriere-Förderer sei hingegen der Best-of-Optimist. Ihn zeichne neben einer maßvollen Risikobereitschaft und dem Nutzen von Konsolidierungsphasen auch ein sekundärer Optimismus aus, bei dem zunächst eine Machbarkeitsprüfung stattfindet, ehe es in eine ausdauernde Erfolgseuphorie übergeht. „Der Best-of-Optimist weiß, dass das Berufsleben ein Marathon ist“, fasste der Bestseller-Autor Jens Weidner eine weitere Eigenschaft zusammen.

Auch die eigene Grundhaltung ist für einen Best-of-Optimisten entscheidend. „Am Erfolg habe ich Schuld, am Misserfolg die anderen“, nannte Jens Weidner eine optimistische Herangehensweise. Das sei zwar Selbstbetrug und man wisse, dass es nicht stimmt – aber es zu sich selbst sagen könne man es dennoch. Sein Vortrag war gespickt mit zahlreichen weiteren Tipps und kleinen Aufgaben für das digitale Publikum.

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Hilfreich sei es beispielsweise eine Liste zu erstellen, mit allem, das toll an einem selbst sei. In Zeiten, in denen man kritisiert werde, habe man so etwas entgegenzusetzen, dass den Optimismus am Leben halte. Ein weiterer Tipp des Referenten: „Vermeiden Sie das Wort ‚Aber‘, das ist das Wort der Pessimisten.“ Der Lohn: Optimisten könnten sich über eine stabilere Gesundheit, eine bessere Arbeitsleistung und ein längeres Leben freuen, stellte der Wissenschaftler in Aussicht.