Bereits am Donnerstagvormittag hatte Thomas Wartner dieser Zeitung mitgeteilt, dass der Markt aufgrund eines Verkehrsunfalls, in den der Lastwagen mit den Waren verwickelt war, nur in kleiner Form stattfinden könne. Später am Tag, als der einzig übrig gebliebene Stand bereits in der Fußgängerzone aufgebaut sein sollte, erhielt der W+F als Veranstalter eine weitere Hiobsbotschaft: Ein Ersatzfahrzeug mit Waren für den Markt in Waldshut war in eine Zollkontrolle geraten und kehrte schlussendlich nach Frankreich um.

„Wenn der Wurm drin ist, ist der Wurm drin“, sagt Wartner im Gespräch mit dieser Zeitung und schüttelt fassungslos den Kopf über die Dinge, die sich in den zurückliegenden Stunden überschlagen haben. Zunächst hatte der W+F erfahren, dass der Lastwagen, der die Waren für den französischen Markt an den Hochrhein bringen sollte, am Mittwochnachmittag in einen Verkehrsunfall geraten war. „Es ist zum Glück nichts Schlimmes passiert. Es gab keine Verletzten“, zeigt sich Wartner am Donnerstagvormittag im Telefongespräch erleichtert. Laut dem Vorsitzenden war der französische Laster mit Kühlwaren nach dem Unfall auf der Autobahn in der Nähe von Nancy nicht mehr fahrbereit.

Dennoch sollte der französische Markt zunächst nicht abgesagt werden. Petra Weber vom W+F-Organisationsteam sowie der französische Marktleiter haben noch versucht, „irgend etwas auf die Beine zu stellen“. Keinen Markt im eigentlichen Sinne, sondern einen einzelnen großen Stand sollte es als Alternative geben. An diesem sollten Wartner zufolge französische Backwaren, darunter Croissants, Süßwaren wie Macarons, Pasteten und Salami verkauft werden. „Damit wenigstens ein bisschen französisches Flair in die Stadt kommt“, erklärt er.

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Doch auch dieser Stand hat es nicht bis an den Hochrhein geschafft. Am Nachmittag hat Thomas Wartner erfahren, dass der Ersatz-Transporter in eine Zollkontrolle geraten sei. Die Beamten hätten festgestellt, dass das Fahrzeug überladen war und eine Strafe in Höhe von 500 Euro verhängt. „Der Fahrer konnte die Summe nicht zahlen. Sie wurde später von seinem extra angereisten Vater beglichen.“ Es sei alles in die Hose gegangen, erklärt Wartner, warum der französische Marktbeschicker seine Teilnahme in Waldshut schlussendlich abgesagt habe.

Als Retter in der Not springt kurzfristig Weinhändler Alexander Wagner ein. Vor seinem Geschäft in der Waldshuter Kaiserstraße will er am Samstag und Sonntag einen Stand mit Wein, Raclettekäse und Flammkuchen anbieten.

Wie geplant kann auch der verkaufsoffene Sonntag stattfinden, obwohl dieser an den französischen Markt gekoppelt ist. Laut einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts muss für einen verkaufsoffenen Sonntag ein besonderer Anlass bestehen. Obwohl mit dem einzigen Stand, der vom französischen Markt in Waldshut übrig bleibt, dieser Anlass eigentlich nicht gegeben ist, hat das Ordnungsamt der Stadt Waldshut-Tiengen den verkaufsoffenen Sonntag erlaubt. Der stellvertretende Amtsleiter Jürgen Wiener erklärt auf Nachfrage: „Von Seiten des W+F wurde alles unternommen, um eine dem Sonntagsverkauf übergeordnete Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Die Planungen diesbezüglich waren abgeschlossen und die Erlaubnis hierfür entsprechend erteilt worden.“ Aufgrund höherer Gewalt – wie in diesem Fall der Unfall – könne der Markt nicht durchgeführt werden. „Viele Händler des stehenden Gewerbes in der Innenstadt haben sich sicherlich bereits auf die Durchführung des Sonntagsverkaufs vorbereitet und entsprechend Waren bestellt sowie Personal mobilisiert, weshalb wir an der Durchführung wie geplant festhalten werden“, teilt Wiener mit.

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