Verkehrsberuhigte Bereiche sind doch eine tolle Sache! Autofahrer werden auf unterschiedlichste Weise abgebremst, damit Fußgänger beruhigt über die Straße kommen.

Eine dieser möglichen Maßnahmen, um Autofahrern den Spaß am zügigen Fahren zu nehmen, sind etwa Bremsschwellen, die auch als Rüttelschwellen oder neudeutsch „Speedbumper“ bekannt sind. Eine auf der Straße eingebaute Erhebung sorgt dafür, dass keiner, dem seine Autofelgen heilig sind, freiwillig schneller als mit Tempo 30 (eher noch weniger) darüber fährt.

Die künstlichen Straßenhügel haben auch einen anderen Vorteil: Sollte man während des Fahrens mal in einen Sekundenschlaf verfallen (ohnehin keine gute Idee!) ist man spätestens nach dem Drüberrasseln über eine Schwelle wieder hellwach.

Zwei solcher Rüttelschwellen wurden jüngst auch auf der Wutachstraße in Tiengen eingebaut. Sie dienen ganz offensichtlich dazu, den Verkehr im Bereich des dortigen Zebrastreifens abzubremsen. Auch ich als Autofahrer konnte kürzlich mit diesen baulichen Maßnahmen Bekanntschaft machen.

Doch Halt! Beim genaueren Betrachten fällt auf, dass hier wohl eine der beiden Schwellen ihrer Funktion nicht ganz gerecht wird. Sollten die Schwellen nämlich wirklich den Verkehr vor dem Zebrastreifen abbremsen, so ist zumindest eine Schwelle fehl am Platze. Denn sie befindet sich in Fahrtrichtung hinter dem Fußgängerübergang.

Eine Fehlplanung? Man weiß es nicht. Was man aber mit Sicherheit sagen kann: Auch beim zu schnellen Fahren über die allem Anschein nach falsch platzierte Schwelle gibt es einen schönen – und gut hörbaren – Gruß an die Felgen.

gregor.mueller@suedkurier.de