Mit dem altbewährten Vorstand geht die Tiengener Bürger- und Narrenzunft wieder in das neue Vereinsjahr. „Ihr seid gut beraten, wenn ihr den alten Vorstand wieder wählt“, stimmte Wahlleiter Werner Dörflinger die Vereinsmitglieder auf die bevorstehenden Wahlen des Vorstands im Hotel Bercher in Tiengen ein. Schließlich wurde mit 64 Stimmen von 66 Zunftmeister Ralf Siebold erneut gewählt.

Wahl

„Das ist ein tolles Ergebnis“, beglückwünschte ihn Dörflinger, der im Vorfeld bereits in Richtung Joachim Baumert als Vertreter der Stadt betont hatte, dass das Ehrenamt nicht zum Nulltarif zu haben sei. „Allein der Schwyzertag verdient besondere Aufmerksamkeit und das Interesse der öffentlichen Hand,“ wandte er sich erneut an den Bürgermeister. „Ich als ehemaliger Bürgermeister und 18 Jahren in Bonn kann mir diese Frechheit erlauben“, scherzte Dörflinger.

Mit 66 Stimmen von 66 wurde dann Zunftschryberin Manuela Boll in ihrem Amt bestätigt, ebenso Heidi Maier, die 63 Stimmen von 66 erhielt. Auch für die beiden Damen im Vorstand gab es lobende Worte von Dörflinger „So perfekt, wie sie das macht, sind wir froh, dass sie wieder kandidiert hat“, wandte er sich an Manuela Boll. An Heidi Maier: "Ich habe immer bewundert, wie du dem Amt der Narrenmutter Profil gegeben hast."

Ehrungen

Neben den Wahlen galt es, einige Zunftmitglieder zu ehren. Für zehn Jahre Mitgliedschaft bei den Katzenröllis wurde Katja Göhr geehrt. Ebenfalls für zehn Jahre bei den Schnurrewybern wurde in Abwesenheit geehrt Barbara Heimpel. Zehn Jahre bei der historischen Trachtengruppe dabei ist Julia Dombek, zehn Jahre im Zunftrat ist Raymund Dudek, zehn Jahre bei den Henkern Johannes Härtenstein. Für 25 Jahre Mitgliedschaft bei den Katzenrölli wurde in Abwesenheit Tamara Merk geehrt. Für 40 Jahre geehrt wurden Hubert Boll und Ehrenzunftmeister Albert Ebner. „Das war mein größter Fehler, damals in die Zunft einzutreten“, schmunzelte Ebner.

Ehrungen bei der Bürger- und Narrenzunft (von links): Julia Dombek, Katja Göhr und Raymund Dudek (jeweils zehn Jahre), Hubert Boll (40 Jahre), Johannes Härtenstein (zehn Jahre) und Ehrenzunftmeister Albert Ebner (40 Jahre).
Ehrungen bei der Bürger- und Narrenzunft (von links): Julia Dombek, Katja Göhr und Raymund Dudek (jeweils zehn Jahre), Hubert Boll (40 Jahre), Johannes Härtenstein (zehn Jahre) und Ehrenzunftmeister Albert Ebner (40 Jahre). | Bild: Susanne Schleinzer-Bilal

Rück- und Ausblick

Erfreuliches wusste dann Jenny Siebold von den Fahnenschwingerinnen zu berichten. Beim Wettkampf-Synchronschwingen in Bretten hätten sie den vierten Platz erreicht. Mit dem 100. Geburtstag einer ihrer Mitglieder konnten dagegen die Schnurrewyber aufwarten. Hilde Müller werde im Dezember 100 Jahre alt, verkündete Karin Smolin von den Schnurrewybern.

Rolf Krämer von den Henkern wiederum gab bekannt, dass Oberbürgermeister Philipp Frank am achten Dezember eine Stunde in der Fußgängerzone betteln werde „um die städtische Finanzlage zu verbessern“, so Krämer. Auch der Freundeskreis jüdisches Leben Tiengen sei 2018 sehr aktiv gewesen, erklärte Gebhard Kaiser. „Wir sind für manche etwas exotisch, auch weil unser Durchschnittsalter um die 70 Jahre ist“, schmunzelte Kaiser.

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„Unser Ziel ist das Gedenken an die Tiengener Juden – dass so etwas nie wieder passiert“. Dieses Jahr hätten sie eine zehntägige Kulturwoche organisiert, die sehr gut angekommen sei, so Kaiser. „Ich bin sehr gerne gekommen“, meldete sich dann Joachim Baumert zu Wort. „Bei Euch ist unheimlich viel geboten“. „Ich bin einigermaßen überwältigt von dem Wahlergebnis. Ich hoffe, ich kann euer Vertrauen erfüllen“, ergänzte Zunftmeister Siebold.