Es war ein schöner und berührender Gottesdienst, der am Pfingstsonntag in der Pfarrkirche Waldkirch gefeiert wurde, obwohl aufgrund der Corona-Krise zwei Drittel der Plätze frei bleiben mussten. Bereits am Donnerstag waren alle Platzkarten vergriffen, die beiden letzten, für die Empore, gingen auch noch am Abend weg. Diesmal gab es zwei zusätzliche Plätze, Ehrenplätze für Anna und Erwin Granacher aus Schmitzingen, die an diesem Tag ihre diamantene Hochzeit feierten.

Pfingsten in der Corona-Krise: Streng limitiert waren wieder die Plätze beim Gottesdienst am Pfingstsonntag in der St. Marien Kirche in Waldkirch. Am Donnerstag Abend wurden die beiden letzten Platzkarten abgeholt.
Pfingsten in der Corona-Krise: Streng limitiert waren wieder die Plätze beim Gottesdienst am Pfingstsonntag in der St. Marien Kirche in Waldkirch. Am Donnerstag Abend wurden die beiden letzten Platzkarten abgeholt. | Bild: Manfred Dinort

Das Ritual vor Beginn der heiligen Messe war genau mit den Vorgaben abgestimmt: Vor dem Haupteingang waren im Abstand von zwei Metern rote Streifen aufgeklebt, und im Eingangsbereich stand, statt des Weihwasserskessels, der Desinfektionsmittelspender. Mesmerin Inge Schmidt und Team-Mitglied Uli Hupfer nahmen die Besucher in Empfang, kontrollierten die Eintrittskarte und wiesen die Plätze zu. Jede zweite Bank blieb frei, Bänke und Plätze, die besetzt werden durften, waren grün markiert. Wer seinen Mundschutz vergessen hatte, erhielt am Eingang einen Ersatz. So kamen rund 70 Besucher zusammen.

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Ganz still wurde es, als der Gottesdienst begann. Ulrich Tomm sorgte für einen festlichen Auftakt an der Orgel. Dann trat Pater Hermann Josef Zoche an den Altar, alleine, ohne Ministranten. „Heute ist alles ein bisschen anders“, sagte er zur Begrüßung, „aber ich bin froh, dass Sie alle gekommen sind und die widrigen Umstände auf sich genommen haben.“ Ein besonderer Willkommensgruß galt dem Gesangsquartett, das unter der Leitung von Michael Ebner für einen festlichen musikalischen Rahmen sorgte. „Ich bin überzeugt davon, dass die Vier es schaffen werden, uns den Himmel akustisch zu öffnen, zumindest einen kleinen Spalt breit“, so der Pater. „Komm heilger Geist, der Leben schafft“, sang das Quartett im Wechsel mit dem Orgelspiel zur Eröffnung.

In der Lesung und im Evangelium ging es um die wundersamen Geschehnisse an Pfingsten, von denen die Bibel berichtet: Als die Jünger wieder einmal verängstigt zusammensaßen, nahte sich ihnen der Heilige Geist in Form eines Sturmes, um ihnen neue Zuversicht zu spenden. In der Predigt sprach der Pater über einige Grunderfahrungen, die jeder Mensch in seinem Leben macht. Dazu gehöre auch die Erfahrung, dass man sich nach Menschen sehnt, die man besonders liebt, die aber weit weg sind – eine Erfahrung, die in der Corona-Krise eine ganz besondere Aktualität bekommen habe, und die auch die Jünger machen mussten, als Jesus nicht mehr in ihrer Mitte weilte. „Pfingsten ist ein Fest, das jeder Liebe neues Leben einhaucht“, tröstete der Pater.

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Gemeinsam gesungen wurde in der Messe nicht, gemeinsam gesprochen wurden die traditionellen Gebete. Bei der Kommunion ging der Pater durch die Bänke, um die Hostie zu überreichen. Dann stimmte die Orgel einen bekannten Pfingstchoral an, „Komm heilger Geist, kehr bei uns ein.“ Zum Ende des Gottesdienstes gratulierte der Pater dem Hochzeitspaar. Es verdiene großen Respekt, wenn man 60 Jahre den Lebensweg gemeinsam zurückgelegt und miteinander die Sorgen geteilt habe. Nachdem das letzte Lied verklungen war, dankten die Besucher mit langanhaltendem Applaus den vier Sängern: Michael Ebner (Bass), Steffen Schwendner (Tenor), Maria Backhaus (Sopran) und Julia Hilpert (Alt).