Der Gemeinderat von Waldshut-Tiengen hat sich in seiner jüngsten Sitzung für die Erweiterung des Kindergartens St. Pankratius im Ortsteil Eschbach ausgesprochen. Mehrheitlich und gegen den ursprünglichen Antrag der Verwaltung stimmte das Gremium dafür, eine gemeindeeigene Wohnung im Gemeindehaus Eschbach, wo der Kindergarten untergebracht ist, zu einer Kinderkrippe mit zehn Plätzen umzubauen.

„Glückwunsch an Eschbach„, sagte Oberbürgermeister Philipp Frank unter dem Beifall der Zuschauer. Zuvor hatte er erläutert, warum die Verwaltung gegen den Ausbau der Einrichtung war, obwohl im aktuellen Haushalt 300.000 Euro an Umbaukosten eingeplant sind. „Der Kindergarten Eschbach ist eine Perle. Wir würden unter normalen Umständen nicht darüber diskutieren“, so der OB.

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Mit Blick auf die Haushaltssperre, die das Gremium in der gleichen Sitzung für einige Bereiche des Etats verhängte, handele es sich jedoch „um eine reine wirtschaftliche Überlegung“. Frank untermauerte die Sicht der Verwaltung mit den aktuellen Bedarfszahlen. Der Kindergarten in Eschbach verfügt insgesamt über 34 Plätze. Derzeit seien 26 Plätze belegt. Mit einem Ausbau würde eine „überdurchschnittliche Kapazität geschaffen“, heißt es in der Sitzungsvorlage des Hauptamts.

Der Kindergarten Eschbach wird erweitert.
Der Kindergarten Eschbach wird erweitert. | Bild: Sira Huwiler-Flamm

Dem widerspricht der Ortschaftsrat Eschbach, der in seiner Sitzung vom 2. Juni den Beschlussantrag der Verwaltung einstimmig abgelehnt hatte. Entgegen dem vom Rathaus formulierten Einzugsbereich des Kindergartens beschränke sich der Bedarf nicht nur auf Eschbach und Gaiß-Waldkirch, sondern erstrecke sich auf sämtliche westliche Ortsteile wie Oberalpfen und Schmitzingen sowie den Westteil von Waldshut. „Die Eltern entscheiden nach Wertigkeit“ und weniger nach Fahrzeit, sagte der Eschbacher Ortsvorsteher und CDU-Stadtrat Matthias Schupp in der Sitzung des Gemeinderats.

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Eine Lanze für den Eschbacher Kindergarten brach die Grünen-Stadträtin Claudia Linke: Sie hob die unmittelbare Nähe der Einrichtung zur Natur hervor. „Drumherum sind Tiere – wo gibt es so etwas sonst?“, merkte sie an. Der CDU-Stadtrat Peter Kaiser sagte: „Wir können dankbar sein, dass die katholische Kirchengemeinde den Kindergarten betreibt. Wir müssen nur die Infrastruktur bringen.“

Sein Fraktionskollege Philipp Studinger, der zu Beginn der Sitzung durchgesetzt hatte, dass der Tagesordnungspunkt zum Kindergarten Eschbach vor die Abstimmung über die Haushaltssperre gezogen wurde, appellierte an die Stadträte: „Wir haben die Chance, zu einem günstigen Preis zehn Krippenplätze zu realisieren.“ Dieser Meinung schloss sich die Mehrheit an und stimmte für die Erweiterung.

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