Der Steinbruch mit dem Porphyrwerk Detzeln wirbelt weiter Staub auf. Die Fortschreibung des Teilregionalplans für den Abbau von oberflächennahen Rohstoffen für zwei Gebiete nördlich des Ostbruchs ruft Kritiker auf den Plan. Naturschützer sehen das Ökosystem des Steinatals bedroht. Anwohner der benachbarten Ortsteile Krenkingen und Detzeln bemängeln die starken Staubbelastungen und Erschütterungen bei Sprengungen sowie den durch den Abtransport des Gesteins verursachten Lastwagenverkehr.

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Die Leiterin des Amtes für Umweltschutz beim Landratsamt Waldshut, Waltraud Zimmermann, versuchte die Bedenken im Waldshut-Tiengener Gemeinderat zu zerstreuen. In der jüngsten Sitzung des Gremiums informierte sie über den Betrieb des Porphyrwerks und des Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.

Voraussetzungen für den Betrieb des Steinbruchs, in dem seit rund 100 Jahren Gestein abgebaut wird, seien unter anderem wasserschutzrechtliche und naturschutzrechtliche Genehmigungen, erläuterte Zimmermann. Die Amtsleiterin erklärte zudem, dass es ein Ziel der Landesregierung sei, den regionalen Abbau von Rohstoffen zu sichern und zu fördern. Auf der anderen Seite sollen die damit verbundenen Eingriffe in die Natur und Landschaft so gering wie möglich gehalten werden. „Unsere nicht ganz einfache Aufgabe ist es, diese beiden Ziele zusammenzuführen“, sagte Zimmermann im Gemeinderat. Dies geschehe durch Überwachung der Anlage und hohe Auflagen für die Schweizer Betreiberfirma Eberhard.

Die Steina

„Die Steina ist in einem guten Zustand für Fische, Kleintiere und Kleinpflanzen“, erklärte Waltraud Zimmermann. Der Freie-Wähler-Stadtrat Thomas Hilpert äußerte sich zu dieser Aussage skeptisch. „Staubeinträge verschlechtern die Wasserqualität. Fische können nicht mehr atmen und verenden“, sagte er. Dem widersprach Zimmermann: „Wir haben Bachneunaugen und Groppen gezählt. Außerdem gibt es Steinkrebse in rauen Mengen. Für uns ist dies ein Hinweis, dass es ihnen gut geht.“ Die Frage von FDP-Stadträtin Anette Klaas, ob sich die Krebse in dem Fluss auch unterhalb des Steinbruchs wohlfühlen, bejahte die Amtsleiterin.

Der Staub

Das Zerkleinern der Gesteinsbrocken wirbelt Staub auf. Vor der Inbetriebnahme des neuen Steinbrechers 2014 habe die Belastung 14 Milligramm pro Kubikmeter betragen, danach 4,4 Milligramm pro Kubikmeter. Zimmermann über die Anlage: „Das hat was gebracht.“ Der zulässige Grenzwert betrage 20 Milligramm. Petra Thyen, Fraktionssprecherin der Grünen, wollte wissen, wie viel Frischwasser die Reifenwaschanlage für die Lastwagen, die das Gestein transportieren, benötigt. „Die Anlage wird im Kreislauf geführt. Das Wasser wird einmal pro Jahr entsorgt“, antwortete Zimmermann. Auf die Frage von Krenkingens Ortsvorsteher Frank Kaiser, ob der Staub gesundheitsschädlich für Menschen sei, sagte sie: „Die Dosis macht das Gift. So wie die Staubentwicklung dort ist – nein.“

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Die Sprengungen

Drei bis vier Mal in der Woche werde im Steinbruch gesprengt. Die Grenzwerte bei der Belastung durch Erschütterungen werden dabei „deutlich eingehalten“, betonte die Amtsleiterin. „Es rumst aber trotzdem. Das ist unangenehm“, gab Zimmermann zu. Frank Kaiser äußerte in der Sitzung den Wunsch nach einer permanenten Kontrolle der Grenzwerte.

Der Verkehr

Bislang fahren täglich im Schnitt 50 Lastwagen Gestein ab. 80 Prozent des Verkehrs fließt Richtung Waldshut-Tiengen, ein kleinerer Teil Richtung Untermettingen. Dieter Flügel von der SPD erkundigte sich nach der zu erwartenden Verkehrsbelastung, wenn ein Teil des Steinbruchs neu verfüllt werde. Waltraud Zimmermann dazu: „Wie viele Lastwagen das sein werden, können wir noch nicht sagen. Das Verfahren läuft noch.“

Die Infoveranstaltung

Die Diskussion über den Steinbruch in Detzeln und seine Auswirkungen nahm in der Gemeinderatssitzung einen breiten Raum ein. Um weitere Fragen zu beantworten, auch diejenigen von Bürgerinnen und Bürgern, verwiesen Zimmermann und Oberbürgermeister Philipp Frank auf eine Infoveranstaltung, die in Krenkingen stattfinden soll, sobald es die Corona-Situation zulasse.

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