Während die einen ihre Erntekörbe zur Segnung in die Kirche brachten, begleiteten die andern ihre Kinder zur Erstkommunion. Bedauerlich, dass die Platzzahl aufgrund der Pandemie stark reduziert war. Für die Familien der Kommunionkinder war jeweils eine Bankreihe reserviert, weitere Plätze standen in begrenzter Anzahl zur Verfügung und konnten über Platzkarten belegt werden. Pater Hermann-Josef Zoche sagte bei der Begrüßung: „Trotz der Ängste und Sorgen, die uns in den letzten Monaten begleitet haben, ist es uns gelungen, unsere Erstkommunion würdig zu feiern und festlich zu gestalten“. Die Erstkommunikanten, sechs Mädchen und vier Jungen, wurden vom Musikverein Gaiß-Waldkirch abgeholt und auf ihren Weg vom Pfarrheim zur Kirche musikalisch begleitet. Dann zogen die Kinder, alle in einheitlichen Gewändern und mit ihren Taufkerzen in der Hand, in das Gotteshaus ein. Hier wurden sie vom Organisten Ulrich Tomm mit kraftvollen Klängen willkommen geheißen.

Zehn Kinder feierten in Waldkirch ihren Weißen Sonntag, sechs Mädchen und vier Jungen. Pater Hermann-Josef Zoche, Pfarrer von Waldkirch, zelebrierte die heilige Messe.
Zehn Kinder feierten in Waldkirch ihren Weißen Sonntag, sechs Mädchen und vier Jungen. Pater Hermann-Josef Zoche, Pfarrer von Waldkirch, zelebrierte die heilige Messe. | Bild: Manfred Dinort

Der Gesang der Gemeinde beschränkte sich, entsprechend dem Hygienekonzept der Diözese, auf Kehrverse oder kurze Refrains. Dann kündigte der Pater den Kindern einen großen Tag an: „Heute wird Jesus zum ersten Mal, in Form der heiligen Kommunion, zu Euch kommen.“ Die Kinder wurden vorgestellt und durften am Altar ihre Fürbitten sprechen. Siggi Pfeifer, Vorsitzende des Gemeindeteams, erinnerte an die intensive Zeit der Vorbereitung. Die Zielsetzung umschrieb sie mit einem Gleichnis: Ein König schickte seine beiden Söhne aus, sie sollten Zeichen setzen. Der eine brach Äste ab und steckte sie in den Boden. Das waren seine Zeichen. Der andere ging auf die Menschen zu, sprach mit ihnen und hörte ihnen zu. Er setzte Zeichen der Liebe, der Freundschaft und des Mitgefühls.

In der Predigt knöpfte sich der Pater den Kapitalismus vor. Er warnte davor, die Kinder zu früh dem Alltagsstress auszusetzen und ihnen kapitalistische Muster aufzudrücken, Muster, die einseitig vom Erfolgs- und Konsumdenken geprägt seien. „Volksverdummung auf hohem Niveau“, nannte er es, „wenn Menschen ihr Glück vom Stand der Aktienkurse abhängig machen“. Am Ende zähle nur eines: „Haben wir Liebe bewiesen und uns um unsere Mitmenschen gekümmert?“ Dann stimmte Siggi Pfeifer auf das „Vater unser“ ein, wobei eine väterliche Stimme aus dem Hintergrund die einzelnen Textstellen kritisch hinterfragte. Erst danach stimmte auch die Gemeinde in das gemeinsame Gebet ein. Nach der Wandlung stellten sich die Kinder am Hauptaltar auf, um ihre Erstkommunion zu empfangen. Zum Schluss dankte der Pater allen, die am Gelingen des Festes Anteil hatten.