Sich etwas Zeit nehmen, durch die wunderschöne Altstadt und über den Marktplatz schlendern, die zahlreichen Stände mit den verschiedensten Angeboten durchstöbern und zwischendurch eine Stärkung zu sich nehmen. So erlebten die meisten Besucher auch diesmal den Krämermarkt in Tiengen, der nach längerer Corona-Pause endlich wieder stattfinden konnte, zum ersten Mal in diesem Jahr.

Guten Appetit: Auch für das leibliche Wohl war auf dem Markt gesorgt.
Guten Appetit: Auch für das leibliche Wohl war auf dem Markt gesorgt. | Bild: Manfred Dinort

Zuständig für die Ausrichtung des traditionellen Marktes ist Thomas Boger vom städtischen Ordnungsamt. Diesmal, so erklärt er, hätten sich 24 Standbetreiber angemeldet, „ein paar weniger als in den vergangenen Jahren“, was aber auch daran gelegen habe, dass diesmal einige Plätze anderweitig belegt waren. Obwohl sich der Betrieb in Grenzen hielt, waren die Händler gut gestimmt und froh darüber, dass sie endlich wieder am Markttreiben teilnehmen konnten.

Michael Schuster aus Bischoffingen am Kaiserstuhl kommt seit 35 Jahren nach Tiengen, „auf einen Markt, der immer ein bisschen was bringt und wo alle Leute freundlich sind.“ In der Corona-Pause habe er sich als „Taglöhner“ über Wasser gehalten, mal am Bau, mal in den Reben, mal auf dem Schrottplatz, „überall dort, wo ich einen Job finden konnte.“ Aber er meinte auch: „Ohne staatliche Unterstützung wäre es nicht gegangen.“

Ungewöhnlich: Sogar Staubsauger gehörten in diesem Jahr zum Sortiment des Krämermarktes.
Ungewöhnlich: Sogar Staubsauger gehörten in diesem Jahr zum Sortiment des Krämermarktes. | Bild: Manfred Dinort

Roland Mayer aus Konstanz meinte: „Ich habe mich zu Hause auf die nächsten Märkte vorbereitet und die Zeit genutzt, um meine Geräte und Maschinen zu überholen.“ Aber er sei auch immer „in Lauerstellung“ gewesen, um möglichst bald wieder einen Markt besuchen zu können.

Süß: Zum Angebot gehörten natürlich auch die beliebten Lebkuchenherzen.
Süß: Zum Angebot gehörten natürlich auch die beliebten Lebkuchenherzen. | Bild: Manfred Dinort

Hans-Peter Gleich aus Frickingen berichtete, er sei schon oft in Tiengen gewesen, und er habe es bedauerlich gefunden, dass die letzten drei Märkte gestrichen werden mussten, zumal er in Tiengen immer ein angenehmes Publikum angetroffen habe. Textilhändler Ahmad Cheema, gebürtig aus Pakistan, meinte, Tiengen sei für ihn schon immer ein guter Standort gewesen. Er selber sei im September zum letzten Mal auf einen Markt gewesen, in der Zwischenzeit habe er von der staatlichen Unterstützung gelebt.

Kleidung in Hülle und Fülle: Riesig war das Angebot an Textilien, im Bild ein Pakistani mit seinem Stand.
Kleidung in Hülle und Fülle: Riesig war das Angebot an Textilien, im Bild ein Pakistani mit seinem Stand. | Bild: Manfred Dinort

Zufrieden mit dem Ablauf des Marktes äußerte sich auch Thomas Boger vom Ordnungsamt. Ungewöhnlich sei diesmal allerdings gewesen, dass alle Standbetreiber schon sehr früh und fast zur gleichen Zeit angereist seien und es daher ein ziemliches Durcheinander gegeben habe, „für uns eine ungewohnte Situation“. Bedauerlich fand er, dass sich das Sortiment in den letzten Jahren verändert habe, indem zusehends Billigtextilien angeboten würden. Die Stadt versuche entgegenzusteuern, was jedoch nicht immer gelinge.