Es war die Zeit als am Hochrhein die Nachtclubs florierten, offenherzige Damen Sekt als Schampus offerierten und in manchen Etablissements mit ihren Kunden im Separee verschwanden. Diese Herren sprachen meist Schwyzerdütsch, denn zu Hause war ihnen diese Form des Triebabbaus damals noch verwehrt.

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Einer der treuesten Kunden von „ennet am Rhy“ war Peter H. aus Laufenburg/Schweiz. Dort saß er für einige Jahre im Stadtrat, vor allem jedoch war er Finanzchef der Elektrizitätsgesellschaft Laufenburg (EGL), ein europaweit tätiges Unternehmen für Energiehandel mit einem Jahresumsatz von annähernd drei Milliarden Franken. Peter H. galt als Ehrenmann und war allseits geschätzt. Doch 1998 kam sein Doppelleben ans Licht: Um 14,3 Millionen Franken hatte er die EGL erleichtert. Ende November 2000 stand er in Laufenburg/Schweiz vor Gericht, das ihn zu fünfeinhalb Jahren Zuchthaus verurteilte. Er war geständig und sprach davon, wegen beruflicher Belastung in die Betrugsspirale hinein-geraten zu sein.

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Als Ausgleich suchte er immer öfter deutsche Nachtclubs, meist in der näheren Umgebung von Laufenburg, auf. Und weil er damit nicht die Familienkasse belasten wollte, suchte er sich eine andere Geldquelle. Dafür gründete er eine fiktive Firma, auf deren Konten er jährlich mehrere Zahlungen der Brennstoffbuchhaltung des Kernkraftwerks Leibstadt verbuchte. Im elf Jahren zweigte er so 14,3 Millionen Franken ab. Als er im Dezember 1998 in einem Berliner Bordell verhaftet wurde, hatte er noch eine Million in Bar dabei. Sechs Millionen Franken hatte er laut Anklage für seinen Lebenswandel verprasst und allein fünf Millionen an etwa 40 Damen im Rotlichtmilieu verschenkt. Sie hätten ihm, weil es ihnen schlecht ging, leid getan, so der reuige Angeklagte.

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Dass manche dieser Frauen besser sind als ihr schlechter Ruf, wurde beim Prozess bekannt. Einige von ihnen aus dem grenznahen deutschen Rotlichtmilieu zahlten auf Betreiben eines deutschen Anwalts 1,3 Millionen Franken an die EGL zurück. Die hatte ihnen der nette Peter H. einst geschenkt.