Sechs Tage lang sind Ende Oktober/Anfang November 1990 drei Jungen aus Waldshut unangemeldet von daheim weggeblieben. Schlafzimmer und Essecke war für sie ein großer Karton auf dem Gelände einer Verpackungsfirma in Tiengen. Die bei der Polizei von den Eltern aufgegebene Vermisstenanzeige erledigte sich erst kurz vor Wiederbeginn der Schule. Dann meldete sich das Trio aus seinen unkonventionellen Ferien zurück.

Die 13-, zwölf- und elfjährigen Jungen kannten sich aus der Schule. Am Abend des ersten Ferientags war die Polizei von den Eltern um Hilfe gebeten worden. Ermittlungen der Beamten ergaben, dass die Jungen am gleichen Tag zuletzt gegen 18 Uhr in einem Einkaufsmarkt in Tiengen gesehen worden waren. Dort hatten sie sich mit Lebensmitteln eingedeckt. Was die Polizei dazu bewegte, ein Verbrechen schon einmal ausschließen zu können.

Polizei geht schließlich an die Öffentlichkeit

Doch seit diesem Abend blieben die drei Abenteurer wie vom Erdboden verschluckt. Weshalb die Polizei sich gegen Ferienende entschloss, mit der Vermisstensache an die Öffentlichkeit zu gehen. Die Presse wurde informiert und um Veröffentlichung der Fotos der Gesuchten gebeten. Das erledigte sich dann jedoch mit einem Anruf, der am vorletzten freien Tag abends bei der Polizei einging. Einer der Väter meldete erleichtert, dass die Kinder sich soeben wieder eingefunden hätten.

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Wie die Polizei zum Ablauf der Abenteuerferien der Jungen kurz mitteilte, hatten diese sich während der sechs Tage im Stadtgebiet von Waldshut-Tiengen aufgehalten, ohne jemandem aufzufallen. Obwohl sie bei Passanten nicht gerade den frischesten Eindruck hinterließen. Denn nach dem Vorbild von Großstadt-Pennern diente den Jungen als Nachtasyl ein riesiger Karton. Den hatten sie auf dem Gelände einer Verpackungsfirma bezogen. Hygienefragen mussten hinter den Freiheitsgefühlen dieses Abenteuers im Pappkarton zurückstehen. Doch das erste Bad danach war herrlich.