Nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein war Anfang September vor 31 Jahren der spärlich gefallene Regen. Der seit Wochen im Kreis Waldshut herrschenden Trockenperiode konnte er nicht das von der Landwirtschaft ersehnte Ende setzen.

„Das bindet allenfalls den Staub“, beurteilte ein Landwirt ironisch die geringe Niederschlagsmenge. Denn schon kurz darauf schien schon wieder die Sonne. Seit 1976 war es im Kreis Waldshut nicht mehr so trocken gewesen wie im Sommer 1991. Was Touristen sowie Sonnenhungrige und Freibadfans freute, bereitete der Landwirtschaft allmählich Sorgen. Die Getreideernte fiel bestenfalls mittelmäßig aus, der Mais blieb klein, Sonnenblumen waren verdorrt.

Erste ernsthafte Probleme für die Trinkwasserversorgung traten seit 10. September 1991 in den Schwarzwaldgebieten auf, deren Quellen vom Regen gespeist werden. Im Todtmooser Ortsteil Glashütte förderte die Quelle nur noch 0,3 Liter pro Sekunde, also nur einen Bruchteil der zehn Liter pro Sekunde in normalen Zeiten.

Feuerwehr bringt Trinkwasser

Die Feuerwehr musste per Tankwagen dafür sorgen, dass es in Glashütte weiterhin fließendes Wasser gab, indem sie den Hochbehälter von Glashütte mit Trinkwasser immer wieder auffüllte. Auch in Höchenschwand begannen die Quellen auszutrocknen. Allerdings konnte sich die an eine Gruppenwasserversorgung angeschlossene Gemeinde aus anderen Gebieten Ersatz besorgen.

Augenfällig wurde die Trockenheit auch am Tiefstand des Rheins. Was ein 20-jähriger Asylbewerber am 11. September als Chance erkannte, den Rhein beim Lauffen in Ettikon zu Fuß zu durchqueren. Der von einem Schlepper an die Stromschnellen gebrachte Asylbewerber wollte in die Schweiz und hatte sie tatsächlich erreicht.

Er irrte jedoch am Ufer entlang und wagte sich dann erneut in den Fluss in der Meinung, die deutsche sei die Schweizer Seite. Doch mitten im Lauffen verließen ihn die Kräfte. Bis zu den Knien im Wasser stehend, wartete er eine Stunde auf seine Rettung durch ein Schlauchboot der Feuerwehr.

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