So schwierig und belastend das Leben in der Corona-Pandemie ist, so vielfältig sind auch Mut machende Zeichen: Mit einer besonderen Fahne setzt die evangelische Christusgemeinde Tiengen ein solches Zeichen. Dies unter dem Motto „Meine Hoffnung – meine Freude“, was Anfang eines Taizé-Liedes ist. Genau gesagt sind es 50 Zeichen, denn aus so vielen, 25 mal 25 Zentimeter großen Stoffquadraten entsteht eine Fahne. Nach der Fertigstellung wird sie rund drei mal 1,50 Meter groß sein.

Die Stoffstücke

Jedes grüne oder weiße Stoffstück wurde von jemand anderem mit bunten Stofffarben kreativ gestaltet. Alle Altersgruppen, vom Kindes- bis ins Seniorenalter hinein, haben mit Stift oder Pinsel ausgedrückt, was ihnen bislang über die Nöte, Sorgen und Ängste im Zuge der Pandemie hinweggeholfen hat, ihnen Trost und Zuversicht gab und gibt. Motive und Schriftzüge verweisen beispielsweise auf die Musik, die Natur und den Glauben. Sogar Antworten von älteren Menschen, die nicht mehr selbst malen konnten, wurden innerhalb der Familie von jüngeren umgesetzt, erzählt Susanne Illgner, Pfarrerin der Christusgemeinde.

Das Werk

Zurzeit werden die einzelnen Stoffstücke von Andrea Marder, vielfach engagiertes Kirchengemeindemitglied, in Heimarbeit zur Fahne zusammengefügt. Oder genauer: Die Stoffstücke werden entsprechend präpariert und dann auf einen Grundstoff aufgebügelt. Der Schriftzug „Meine Freude – mein Trost“ auf der Fahne ist das Werk von Gisela Kuhr. Entstanden ist die Idee für die Fahne in einer Runde mit Pfarrerin Susanne Illgner, Gemeindediakonin Kathrin Jakob und Lehrvikar Malte Dahme. „Wir wollten ein Projekt machen, das Hoffnung stiftet und Menschen zusammen bringt, viele sollten sich beteiligen können“, erklärt Pfarrerin Illgner. Die ersten Stoffstücke wurden bereits vor Ostern von Konfirmanden gestaltet, die danach kräftig und erfolgreich Werbung für die Aktion machten. Stoffstücke und Farben wurden gestellt.

Die Fahne wird im gebührenden Rahmen der Öffentlichkeit präsentiert werden. Am Pfingstsonntag wird sie im Gottesdienst in der Christuskirche zu sehen sein und ihre Geschichte vorgestellt werden. Danach wird sie vor der Kirche gehisst werden und dort zusätzlich zur Kirchenfahne wehen.