Das erste Open-Air-Sommerkulturfestival des Kulturamts Waldshut-Tiengen ist mit einem Serenadenkonzert eröffnet worden. Georg Mais, Dirigent und Vorsitzender der Südwestdeutschen Mozartgesellschaft aus Überlingen leitete das Konzert und führte durch den Abend.

Das Festival

Nur wenige Wochen nach den Corona-Lockerungen wird von 9. bis 18. Juli der „Neu Start Kultur“, gefördert vom Bund im Rahmen seines Corona-Sofortprogramms, in Waldshut-Tiengen mit zehn besonderen Veranstaltungen gefeiert. Auf der Tribüne des Langensteinsteinstadions fanden die Besucher genügend Platz auf Abstand, um bei der Eröffnung den jungen Musikern der Kammerakademie der Musikhochschule Freiburg auf der eigens für die Festivaltage gebauten Bühne zu lauschen.

Ersatz für das Neujahrskonzert

Es handelt sich um die Ersatzveranstaltung für das eigentlich für den 3. Januar geplante große Neujahrskonzert der Philharmonie Lemberg und damit das erste „Kurzärmlige Neujahrskonzert“, wie sich Kerstin Simon als Leiterin des städtischen Kulturamts Waldshut-Tiengen auf den Neustart freute. Sie bedankte sich für die Unterstützung der Vereine, die für ihr Training auf andere Orte auswichen; der FC Tiengen 08 sorgt während des gesamten Festivals für Essen und Trinken, die Stadtgärtnerei hatte die Bühne mit Festival-Blumenschmuck dekoriert.

Bis 18. Juli finden täglich Veranstaltungen statt, gefördert vom Bund durch das Corona-Sofortprogramm „Neu Start Kultur“.
Bis 18. Juli finden täglich Veranstaltungen statt, gefördert vom Bund durch das Corona-Sofortprogramm „Neu Start Kultur“. | Bild: Yvonne Würth

Georg Mais hatte während des Konzerts immer die Zeit im Blick und kürzte das Programm großzügig, damit die Besucher trotz der mitgebrachten Jacken, Kissen und Decken nicht frieren mussten mit der anbrechenden Dunkelheit.

Das weitere Programm des Kulturfestivals im Langensteinstadion

Dennoch ließ er es sich nicht nehmen, den Tango „La Cumparsita“ sowie „Moon River“ als Zugabe spielen zu lassen. Gemäß der Sitte zu Lebzeiten Mozarts bestand das Konzertprogramm aus Serenaden. In Anbetracht der kurzen gemeinsamen Probenzeit wurden die populärsten Werke ausgewählt. Zu jedem der aufgeführten Stücke erzählte Georg Mais aus seinem reichhaltigen Fundus Geschichten, denen mancher Besucher gerne länger gelauscht hätte.

Das Programm

Mit den vier Sätzen der „Kleinen Nachtmusik“, der Serenade G-Dur KV 525 von Wolfgang Amadeus Mozart, eröffnete das Orchester den Abend bei strahlendem Sonnenschein. Es folgte in rasantem Tempo Johann Pachelbels Kanon in D-Dur sowie von Johann Sebastian Bach das „Air“ aus der Suite Nr. 3 in D-Dur, BWV 1068. Während der Pause wurde der Stand des FC Tiengen 08 rege frequentiert.

Kulturamtsleiterin Kerstin Simon (Mitte) überreichte Georg Mais, Dirigent und Vorsitzender der Südwestdeutschen Mozartgesellschaft aus Überlingen, Blumen im Anschluss an das Konzert.
Kulturamtsleiterin Kerstin Simon (Mitte) überreichte Georg Mais, Dirigent und Vorsitzender der Südwestdeutschen Mozartgesellschaft aus Überlingen, Blumen im Anschluss an das Konzert. | Bild: Yvonne Würth

Die Solisten David Navarro Ruiz und Tinatin Koberidze spielten das „Largo“ von Johann Sebastian Bach aus dem Konzert d-Moll BWV 1043. Solistin Anna Garde behauptete sich auf dem Cello bei Anton Dvoraks „Waldesruh“. Der letzte Satz der „Luther Choräle“ von Johann Sebastian Bach „Aus tiefster Not schrei ich zu dir“ wurde in Anspielung auf das Musizierverbot während der Pandemie dargeboten. Wie zur Eröffnung folgte als Abschlussstück ein Werk aus der Feder von Wolfgang Amadeus Mozart, das „Divertimento“ in D-Dur, KV 136, bevor es Applaus vom begeisterten Publikum und Blumen für den Dirigenten gab.