Auch Silvana Nouar und Michelle Schilling haben schon einmal etwas verloren. Daher wissen sie auch, wie wichtig ihre Arbeit für die Bürger ist. Die beiden Mitarbeiterinnen des Bürgerbüros sind zuständig für die Fundbüros und Waldshut und Tiengen.

Silvana Nouar zeigt den Schrank mit den Fundsachen im Rathaus Waldshut.
Silvana Nouar zeigt den Schrank mit den Fundsachen im Rathaus Waldshut. | Bild: Völk, Melanie

Etwa 350 Fundsachen werden dort pro Jahr abgegeben. Das ist zwar bei weitem nicht so viel wie in Großstädten, wo bis zu sechs Mitarbeiter sich täglich um die Fundsachen kümmern. Dennoch finden fast täglich Gegenstände ihren Weg in die Schränke der beiden Rathäuser.

Die verlorenen Gegenstände

„Bei uns werden vor allem Schlüssel, Ausweise und Geldbeutel abgeben“, weiß Silvana Nuoar. Zudem finden Taschen, Brillen, Schmuck, Handys, Jacken und in letzter Zeit vermehrt Kopfhörer den Weg zu Michelle Schilling (Tiengen) und Silvana Nouar (Waldshut). Aber auch Fahrräder werden als Fundgegenstände in beiden Rathäusern abgegeben.

Michelle Schilling am Schlüsselschrank im Rathaus in Waldshut.
Michelle Schilling am Schlüsselschrank im Rathaus in Waldshut. | Bild: Völk, Melanie

Einen Großteil der Fundsachen geben die Finder direkt im Fundbüro ab, aber auch nach Veranstaltungen, in Fitnessstudios, Super- oder Drogeriemärkten bleiben regelmäßig Gegenstände liegen.

Dieser Hase wurde mit weiteren Gegenständen in einem Drogeriemarkt verloren.
Dieser Hase wurde mit weiteren Gegenständen in einem Drogeriemarkt verloren. | Bild: Völk, Melanie

Im Rathaus Waldshut werden die Fundsachen an drei Orten aufbewahrt. Im großen Schlüsselschrank im Foyer, in einem Stahlschrank in einem Raum im Hinterausgang und in einem Tresor.

Die kuriosesten Funde

Einer der kuriosesten Funde, der derzeit im Fundbüro Waldshut auf Abholung wartet: Ein Hörgerät
Einer der kuriosesten Funde, der derzeit im Fundbüro Waldshut auf Abholung wartet: Ein Hörgerät | Bild: Völk, Melanie

Zu den kuriosesten Funde zählen die beiden Mitarbeiterinnen des Bürgerbüros Hörgeräte, eine Zahnspange oder ein Gebiss. In Tiengen wurde sogar ein Laptop abgeben, der in einer Apotheke vergessen wurde. „Manchmal gibt es aber auch Sachen, die die Leute wegschmeißen wollten, die dann als Fundsache abgeben wurden“, weiß Silvana Nouar.

Die wertvollsten Funde

Ein 200-Euro-Schein war laut Michelle Schilling und Silvana Nouar das Wertvollste, was in beiden Fundbüros abgeben wurde. Derzeit wartet im Tresor in Waldshut ein 100-Euro-Schein auf seinen Eigentümer.

„Es ist schön, dass auch viele wertvolle Gegenstände, wie Geldbeutel abgegeben werden“, sagt Silvana Nouar. „Es gibt noch viele ehrliche Finder“, fügt ihre Kollegin Michelle Schilling hinzu. Dementsprechend groß sei auch die Freude bei den Abholern, denn viele würden gar nicht mehr damit rechnen, ihren verlorenen Gegenstand wiederzubekommen.

Was mit den Fundsachen passiert

Die emotionalsten Funde

Und welche Wiedersehen sind den Mitarbeiterinnen besonders in Erinnerung geblieben? Michelle Schilling muss nicht lange überlegen: „Eine Frau hat in Tiengen ihren Schlüssel verloren. Sie hat fast geweint, als sie ihn wieder bekommen hat.“

Blick in den Schrank, in dem die Fundsachen im Rathaus Waldshut aufbewahrt werden.
Blick in den Schrank, in dem die Fundsachen im Rathaus Waldshut aufbewahrt werden. | Bild: Völk, Melanie

Auch Silvana Nouar und Michelle Schilling haben ihre verlorenen Gegenstände wieder bekommen – allerdings nicht über das Fundbüro. Der Finder hat Silvana Nouar den Geldbeutel nach Hause gebracht und auch Michelle Schilling hat ihr verlorenes Handy direkt vom Finder zurück erhalten. „Das hat mir gezeigt, wie wertvoll meine Arbeit ist. Da war sich sehr froh“, erklärt Silvana Nouar.

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