Eine Cyberattacke hat sämtliche Abteilungen der Gemeindeverwaltung im schweizerischen Bad Zurzach zum Erliegen gebracht. Die Erpresser forderten eine Zahlung in Form der digitalen Bitcoin-Währung. Die Gemeinde hat nun reagiert und Anzeige eingereicht.

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In der Schweiz nehmen Hackerangriffe dramatisch zu. Laut dem IT-Sicherheitshersteller Eset waren es im vergangenen Jahr täglich rund 30.000 Angriffe – bis im Juni stieg der Höchstwert auf 220.000. Davon betroffen sind Regierungen, Privatpersonen und Firmen gleichermaßen. Nun wurde auch die Gemeinde Bad Zurzach Opfer einer Cyberattacke. Gemeindeschreiber Daniel Baumgartner bestätigt: „Ja, wir haben vergangenen Mittwoch einen Virus eingefangen.“ Er betont, dass keine Informationen gestohlen worden seien. „Das konnten wir mit unseren IT-Experten sicherstellen.“ Die Bevölkerung müsse sich keine Sorgen machen, dass persönliche Daten entwendet wurden.

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Die Auswirkungen waren dennoch beträchtlich. Die Gemeindeverwaltung war auf elektronischem Weg mehrere Tage nicht erreichbar. Die Telefonleitungen blieben stumm, E-Mails waren offline. „Es funktioniert momentan noch nicht ganz alles, aber langsam kehrt wieder Normalität ein“, sagt Baumgartner. Die Gemeinde hat die Kantonspolizei eingeschaltet sowie den Kanton und den Bund über den Vorfall informiert – und Anzeige gegen unbekannt eingereicht. Daniel Baumgartner sagt: „Hinweise auf die Täterschaft gibt es bisher nicht. Wir wissen aber, dass es kein gezielter Angriff auf die Gemeinde Bad Zurzach war, sondern es sich um einen sogenannten Rundumschlag handelte.“

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Eingegangen war die Meldung auf dem Gemeindeserver. „Er war allerdings nicht personifiziert“, erklärt Daniel Baumgartner. Darin forderte die Täterschaft einen nicht genauer festgelegten Betrag von Bitcoins, der digitalen Kryptowährung.

Gängiges Muster

Laut Erfahrungen von Bund und Kanton handelt es sich bei dieser Art von Erpressung um ein gängiges Muster, indem verschlüsselte Daten mit einer Zahlung wieder entschlüsselt werden können. „Auf diese Forderung sind wir natürlich nicht eingetreten“, versichert Baumgartner. „Uns hätte es auch mehr Sorgen bereitet, wenn wir gezielt mit separaten Mails konfrontiert worden wären.“

Server vom Netz genommen

Um mögliche Lecks dennoch auszuschließen, hat die Gemeinde umgehend Maßnahmen getroffen. Sämtliche Server wurden nach dem Angriff sofort vom Netz genommen. Zudem habe man weitere Sicherheitsmaßnahmen getroffen, damit sich ein solcher Vorfall nicht mehr wiederholt, sagt Daniel Baumgartner. Noch unklar ist, wie hoch der entstandene Schaden die Gemeinde Bad Zurzach zu stehen kommt. „Das lässt sich momentan nicht beziffern“, erklärt Daniel Baumgartner.

Bestandsaufnahme

Man sei mit den externen IT-Unternehmern derzeit damit beschäftigt, eine Bestandsaufnahme zu machen, damit gewisse Daten wieder zurückgespielt werden. „Es war aber vor allem der Arbeitsausfall unserer Angestellten, der in den letzten Tagen ins Gewicht gefallen ist.“