Finanziert mit 9260 Schweizer Franken aus dem Nachbarschaftsfonds des Kernkraftwerks Leibstadt (KKL) und der Unterstützung vom Gemeinderat und des Baubetriebshofs konnte Onur Harbelioglu, Musik- und Sozialpädagoge, im Juz jetzt den langersehnten Probenraum gemeinsam mit Vertretern des KKL und Oberbürgermeister Philipp Frank eröffnen.

Den Umbau des Raumes übernahmen Mitarbeiter des Baubetriebshofs Waldshut-Tiengen. Sie waren es, die die Holzakustikpaneele an der Wand und der Decke anbrachten. Das Schlagzeug, die Musikboxen, Mikrofone, ein Mischpult und die dazugehörigen Kabel waren danach schnell bestellt: „Wir sind jetzt bereit und der Bandprobenraum kann gebucht werden“, sagt Harbelioglu. Er freue sich über das neue Angebot.

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„Normalerweise sind Probenbräume für Bands sehr teuer und gerade Jugendliche und Heranwachsende können sich das oft nicht leisten.“ So könnten sie jetzt bis zum 27. Lebensjahr ins Juz kommen, um gemeinsam oder alleine ungestört Musik zu machen. Ein Bonus der neuen Akustikpaneele: Sie isolieren den Raum nach außen. Auch Musiker, die ein lautes Instrument spielen, finden im Juz nun eine Möglichkeit zum Üben.

Wer das kostenlose Angebot ausprobieren möchte, kann den Musik- und Sozialpädagogen unter Telefon 0151/59 00 82 65 oder per E-Mail (oharbelioglu@waldshut-tiengen.de) erreichen. Der Oberbürgermeister lobt die Planung des Projekts: „Es gab überhaupt keine große Diskussion in den Gremien. Alle waren sich einig, dass das eine gute Sache ist.“ Vorherige Auszahlungen des Nachbarschaftsfonds seien oft an Vereine ausgezahlt worden. Frank ist froh, dass sich dieses Mal eine städtische Kommune über die finanzielle Unterstützung freuen darf.

„Das Jugendzentrum in Tiengen wird von den Jugendlichen stark genutzt. Auch in Waldshut fallen mir immer wieder junge Menschen auf, die unsere Angebote vor Ort nutzen“, so der OB. Seiner Meinung nach brauche es in jeder Stadt Anlaufstellen, wo sich Jugendliche ungestört treffen können. Dafür müsse eine Gemeinde nicht immer gleich sechs- oder siebenstellige Beträge ausgeben. Thomas Gerlach, Pressesprecher des Kernkraftwerks in Leibstadt, stimmt dem zu: „Für uns erfüllt der neue Bandproberaum im Jugendzentrum definitiv einen Zweck, den wir mit dem Nachbarschaftsfonds gerne unterstützen.“

OB Philipp Frank setzt sich gleich an das neue Schlagzeug im Juz.
OB Philipp Frank setzt sich gleich an das neue Schlagzeug im Juz. | Bild: Nico Talenta

Das kommunale Jugendzentrum in Tiengen ist seit vielen Jahren eine Anlaufstelle in der Region, wenn es um Musikveranstaltungen von und für Jugendliche und junge Erwachsene geht. Die Jugendarbeit der Stadt Waldshut-Tiengen ist dabei nicht der Veranstalter, sondern unterstützt die Jugendlichen dabei, die Konzerte selbst vorzubereiten und durchzuführen.

Aus dem Interesse der Jugendlichen an selbstgemachter Musik heraus ist bereits 2012 ein Tonstudio entstanden. Dieses wird regelmäßig von ihnen unter Anleitung des Musik- und Sozialpädagogen genutzt. Die jungen Menschen können dort ihre selbstgeschriebenen Songs aufnehmen oder beim Texten unterstützt werden.

So kam es zu der Idee

„Die Jugendlichen haben immer wieder nach einem Raum gefragt, in dem sie Musik machen dürfen“, sagt Harbelioglu. Nicht jeder Nachwuchsmusiker könne zu Hause sorgenlos üben und nicht jede Band hätte einen geeigneten Raum. Oftmals gebe es nur kostenintensive Alternativen. Um den Wünschen der Jugendlichen entgegenzukommen, entschieden sich die Mitarbeiter der Jugendarbeit dazu, einen Vorschlag zum Mitteleinsatz des KKL Nachbarschaftsfonds einzureichen.

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Als dieser angenommen wurde, musste zunächst ein Raum im Juz aufbereitet werden. Der nun eingeweihte Raum wird fachlich begleitet, soll aber auch von den Jugendlichen mit verwaltet werden. Auch bei zukünftigen Umgestaltungen sollen sie sich beteiligen und anpacken.

Onur Harbelioglu fasst zusammen: „Mit diesem Angebot bauen wir das kulturelle Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene weiter aus. Wir ermutigen junge Menschen, und laden sie gleichzeitig ein, sich mit Musik auseinanderzusetzen.“

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