Nirgendwo ist der Himmel so bunt, spannend und schön wie in Tiengen: Für ein Stückchen kann man dies ab Mittwoch mit bestem Gewissen sagen, denn in der Tiengener Fußgängerzone zwischen Rathaus und Weihergasse trifft der Blick nach oben auf farbenfrohe Kunst. Zwölf künstlerisch gestaltete Gewebebahnen von 9,5 Metern Länge und 3,2 Metern Breite bringen bei der dritten LuftArt wieder besonderen Flair ins Städtle.

Neue und bereits gezeigte Werke

Am Dienstag, 15. Juni, wird die Aktionsgemeinschaft Tiengen (Veranstalter) die Kunstbahnen zwischen die Häuserreihen hängen. Neun sind von der ersten LuftArt 2006, drei von 2006 sind an den Rändern ausgerissen und werden durch drei neue ersetzt, die derzeit entstehen. Deshalb steht auf den Plakaten auch „LuftArt Update“.

Kontrastreiche Entwürfe: Josef Briechle bringt Blumenpracht in den Tiengener Himmel, das Künstler-Duo Anra geometrische Formen.
Kontrastreiche Entwürfe: Josef Briechle bringt Blumenpracht in den Tiengener Himmel, das Künstler-Duo Anra geometrische Formen. | Bild: Ursula Freudig

Zwölf neue Gewebebahnen von Künstlern bemalen zu lasen, war aus Geldgründen nicht möglich. „Die LuftArt ist finanziell ein großer Aufwand und wegen Corona hatten wir weniger Einnahmen“, erklärt Kurt Reckermann von der Aktionsgemeinschaft Tiengen.

Initiator und künstlerischer Leiter: Josef Briechle gestaltet dieses Jahr auch eine Gewebebahn, gewählt hat er florale Motive.
Initiator und künstlerischer Leiter: Josef Briechle gestaltet dieses Jahr auch eine Gewebebahn, gewählt hat er florale Motive. | Bild: Ursula Freudig

Die drei neuen Gewebebahnen gestalten noch bis einschließlich Samstag die Künstler Josef Briechle aus Tiengen und das Anra-Duo, sprich: die Brüder Ralph und Andreas Hilbert aus Lottstetten. Die Drei arbeiten beim Löwendenkmal, lassen sich dabei gern zusehen und haben immer Zeit, um mit Interessierten zu plaudern. Floral geht es auf der Gewebebahn von Josef Briechle zu, geometrisch mit Dreiecken auf den zwei der Anra-Brüder.

Der große Organisator: Bei Kurt Reckermann von der Aktionsgemeinschaft Tiengen (Veranstalter) laufen auch bei dieser LuftArt die Fäden zusammen.
Der große Organisator: Bei Kurt Reckermann von der Aktionsgemeinschaft Tiengen (Veranstalter) laufen auch bei dieser LuftArt die Fäden zusammen. | Bild: Ursula Freudig

Josef Briechle gab den Anstoß für die erste LuftArt 2006. 2005 war er in Granada unter einem simplen, tristen, rein der Zweckmäßigkeit dienenden Sonnensegel durch eine Straße spaziert und dachte sich, um wie viel schöner es wäre, wenn der Sonnenschutz auch ein bunter Blickfang wäre. Damit war die Idee für einen künstlerischen Baldachin geboren. Bei der Aktionsgemeinschaft Tiengen stieß Briechle auf offene Ohren. Kurt Reckermann ist seitdem Hauptorganisator der LuftArt, Josef Briechle ihr künstlerischer Leiter.

Gespräche mit den Künstlern: Hier unterhält sich Anja Hermann vom Tiengener Pralinen- und Schokoladengeschäft Xocoo mit Josef Briechle.
Gespräche mit den Künstlern: Hier unterhält sich Anja Hermann vom Tiengener Pralinen- und Schokoladengeschäft Xocoo mit Josef Briechle. | Bild: Ursula Freudig

Die Anra Brüder sind erstmals bei LuftArt mit dabei. „Wir haben uns sehr über die Einladung gefreut, wir kommen immer gern nach Tiengen“, sagen sie. Am Mittwoch hatten Ralph und Andreas Hilbert bereits ihre erste Gewebebahn bemalt. Kaum waren die Farben einigermaßen trocken, mussten sie ihr Monumental-Werk auch schon zusammen rollen, um es im Zelt vor einem Unwetter in Sicherheit zu bringen.

Dunkler Himmel: Die Anra-Brüder mussten am Mittwoch ihr Werk schnell zusammen rollen, um es vor einem Unwetter in Sicherheit zu bringen.
Dunkler Himmel: Die Anra-Brüder mussten am Mittwoch ihr Werk schnell zusammen rollen, um es vor einem Unwetter in Sicherheit zu bringen. | Bild: Ursula Freudig

Was aber nicht heißt, dass die perforierten Gewebebahnen und damit luft- und wasserdurchlässige Kunst nicht absolut wetterfest und haltbar ist. Die Farben auf den Bahnen aus 2006 leuchten wie damals und zusammen mit den drei neuen werden sie ab Mittwoch bis in den Herbst hinein Tiengens malerische Fußgängerzone noch reizvoller machen.

Kunst am Tiengener Himmel

  • 2006: Erstes LuftArt-Symposium: zwölf Künstler bemalten in der Fußgänger-zone zwölf Gewebebahnen
  • 2010: Austauschprojekt mit Nördlin-gen. Gewebebahnen aus Nördlingen überspannten die Tiengener Fußgän-gerzone und umgekehrt
  • 2017: Zweites LuftArt-Symposium: zehn Künstler brachten in der Fußgängerzone Entwürfe auf Papier, die danach im Schloss ausgestellt wurden und vergrößert auf Gewebebahnen gedruckt wurden. Aufgehängt wurde sie nicht horizontal, sondern vertikal.
  • 2020: LuftArt-Wiederauflage mit den Gewebebahnen aus dem Jahr 2006.
  • 2021: Drittes Luftart-Symposium mit drei neuen Kunstbahnen von drei Künstlern und neun aus dem Jahr 2006.