Nach dem überragenden ersten Konzert im Rahmen des World-Town-Festivals mit Yumi Ito und Szymon Mika machte auch das zweite Konzert seinem Namen alle Ehre. „Die Welt zu Gast in Waldshut.“ Mit diesen Worten stellte Kulturamtsleiterin Kerstin Simon ihre Gäste vor: Cristina Branco ist die Vertreterin des Fado – einem portugiesischem Musikstil, der vor allem in Lissabon und Coimbra zu Hause war, inzwischen aber in Konzerthallen auf der ganzen Welt interpretiert wird. So wie irische Folkmusik in die Pubs von Dublin gehört, ist Fado spontan in den Lokalen des Altstadtviertels von Lissabon anzutreffen.

Cristina Branco entwickelte ihren eigenen Zugang zu der oft schwermütigen und melancholischen Musik. In den Texten geht es immer noch um Sehnsucht, Liebe, Hoffnung aber sie lässt auch andere Musikstile in ihre Interpretationen einfließen – so den dem Fado inhaltlich mit Sinnlichkeit und Tragik nahe stehenden Tango, aber auch Elemente von Jazz, Blues und Rock. Die Entstehung des Neo-Fado ist auch nicht verwunderlich. Sind doch ihre Begleiter auf der Bühne, der Pianist Luis Figueiredo sowie der Kontrabassist Bernardo Moreira und der Gitarrist Bernardo Couto, herausragende Vertreter dieser Genres. Gemeinsam komponieren, arrangieren und erarbeiten sie sich ihr Repertoire und so entsteht eine einzigartige Mischung zur Weltmusik, die weltweit das Publikum begeistert und mitreißt. Dass dabei nicht überall die Texte verstanden werden, spielt keine Rolle. Branco lebt ihre Texte auf der Bühne. Scheinbar mühelos nutzt sie ihre warme, facettenreiche Stimme, um ihr Anliegen zu vermitteln – nicht mehr nur schicksalhaft, sondern auch selbstbestimmt, fast kämpferisch wirken ihre Interpretationen. Dabei geht es doch oft um das, was die Welt zusammenhält: Die Liebe.

Weich und sinnlich berührte ihre Stimme die Zuhörer. Fasziniert lauschte das Publikum in der Stadthalle und entließ die beeindruckende Sängerin und ihre brillanten Musiker erst nach mehreren Zugaben und mit viel Beifall.

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