Eine originelle, kostengünstige Lösung hat sich der Ortschaftsrat Schmitzingen einfallen lassen, um das Problem des Hundekots entlang der Spazier- und Wanderrouten auf der Gemarkung Schmitzingen in den Griff zu bekommen. „Die handelsüblichen Robidogs waren uns einfach zu teuer“, erklärt Ortschaftsrätin Juliane Huber bei einem Termin an der ehemaligen Schmitzinger Grillhütte. „Da hätten wir ja fast unseren gesamten Jahresetat verbraucht, um die erforderliche Anzahl an Kotbehältern entlang der Feld- und Wanderwege bereitstellen zu können“, bestätigt der stellvertretende Ortsvorsteher Paul Granacher.

Die selbst gefertigten Entsorgungsstationen, es sind zehn Stück, wurden an markanten Wegstellen, in der Regel an bereits vorhandenen Pfählen für Wegweiser, angebracht, also an Stellen, wo sie eigentlich nicht zu übersehen sind. Es sind rechteckige, braune Behälter im Mülleimerformat mit einem entsprechenden Aufkleber. „Wir hoffen, dass sich das gut einspielt und die Hundehalter das Angebot annehmen“, sagen die beiden Vertreter des Ortschaftsrats. Wenn es gut funktioniere, werde man die Zahl der Behälter verdoppeln und sie regelmäßig durch die Wegewarte leeren lassen. „Jedenfalls wollen wir mit unserer Aktion verhindern, dass durch den unausweichlich anfallenden Hundekot das Grünfutter unserer Nutztiere und die Ernte unserer liebevoll gepflegten Felder verunreinigt werden“, so Paul Granacher, der im Ortschaftsrat für die Wegewarte zuständig ist.

So sehen die neuen Schmitzinger Hundekotbehälter aus, die entlang der Wanderwege, für jedermann deutlich erkennbar, in Position gebracht wurden.
So sehen die neuen Schmitzinger Hundekotbehälter aus, die entlang der Wanderwege, für jedermann deutlich erkennbar, in Position gebracht wurden. | Bild: Manfred Dinort

Der Haken an der Sache: Die Hundehalter müssen ihre Tüten für den Hundekot selbst dabeihaben. Daher erhält jeder der 20 Schmitzinger Hundehalter kostenlos eine Rolle Kottüten im Format, wie es von den Robidogs her bekannt ist. Und, falls der Vorrat zur Neige geht, können weitere Rollen kostenlos bei Paul Granacher bezogen werden. Ein besonderer Dank gilt den beiden Wegewarten Kai Granacher und Tim Studinger, die sich bereit erklärten, die Behälter regelmäßig zu leeren.

Die Grillhütte ist für die Öffentlichkeit tabu

Einschneidende Veränderungen gibt es auch bei der Schmitzinger Grillhütte: Die zehn mal zwölf Meter große Hütte ist in Privatbesitz übergegangen. Sie wird jetzt als Geräteschuppen genutzt und ist inzwischen fest verschlossen. Darauf weist ein Schild im Eingangsbereich hin: Grillhütte in Privatbesitz. Ab sofort geschlossen! „Wir hatten immer wieder Probleme mit wilden Partys, Vandalismus, offenen Feuerstellen, Fäkalien und Abfällen“, kommentiert Paul Granacher den Beschluss des Ortschaftsrats, die Hütte aufzugeben.

Die Schmitzinger Grillhütte ist in Privatbesitz übergegangen. Trotzdem bleibt das Gelände mit seinen Ruhebänken und gepflegten Anlagen für Wanderer geöffnet. Das freut die Ortschaftsräte Juliane Huber und Paul Granacher.
Die Schmitzinger Grillhütte ist in Privatbesitz übergegangen. Trotzdem bleibt das Gelände mit seinen Ruhebänken und gepflegten Anlagen für Wanderer geöffnet. Das freut die Ortschaftsräte Juliane Huber und Paul Granacher. | Bild: Manfred Dinort

Erfreulich aber sei, dass das herrlich gelegene Gelände für jedermann frei zugänglich bleibe. Wanderer und Spaziergänger können auch in Zukunft auf dem Gelände Zuflucht suchen, sich unterstellen oder die schattigen Bänke nutzen, um von hier aus die herrliche Aussicht ins Rhein- und Aaretal bis hin zu den Schweizer Bergen zu genießen. Auch die Bank unter dem weiten Dachvorsprung steht weiterhin zur freien Verfügung. Die Hütte selbst ist jedoch nicht mehr zugänglich, die offenen Seiten wurde durch massive Holztore verschlossen.