Dass die Musikschule Südschwarzwald sich verstärkt um die Gesundheit ihrer Lehrer und Schüler kümmert, hat die öffentliche Einrichtung nun auch schriftlich. Vor kurzem erhielt sie das Zertifikat „Gesunde Musikschule“, das von der internationalen Musikschulakademie Schloss Kapfenburg bei Aalen und der Technikerkrankenkasse verliehen wird.

„Das wichtigste Instrument eines Musikers ist nicht das Instrument, sondern der Körper“, weiß der Leiter der Musikschule Südschwarzwald und Klavierlehrer Werner Hilpert. Spielt der Körper nicht richtig mit, kann dies zur Belastung und sogar gesundheitlichen Schäden beim Musizierenden führen. „Nehmen Sie als Beispiel die Geige.

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Die Körperhaltung beim Spielen ist extrem unnatürlich“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Eckhard Kopetzki im Pressegespräch. Wichtig sei es deshalb, Haltungsschäden frühzeitig vorzubeugen. Eckhard Kopetzki und seine Kollegin, die Blockflötenlehrerin Anette Däublin-Schwarz, haben sich von dem Frankfurter Musikphysiologen Stephan Berg daher als Mentoren im Rahmen des Projekts „Gesunde Musikschule“ ausbilden lassen.

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Ziel des Projekts ist es, Nachwuchsmusikern ein solides Grundwissen über Stressbewältigungstechniken, die richtige Haltung am Instrument und andere Bewegungserfahrungen in Ergänzung zum Instrumentalspiel weiterzugeben. Ausschlaggebend für die Teilnahme am Projekt sei ein Musikschulkongress 2017 in Stuttgart gewesen. „Bei einem Symposium erfuhren wir, dass 65 Prozent der Musiker die Rente nicht in ihrem Beruf erreichen. Daraufhin entschlossen wir uns zu diesem Schritt“, erklärt Kopetzki. Er berichtet, dass Blasmusiker oftmals Beschwerden im Leistenbereich haben, die sich schlimmstenfalls zum Bruch entwickeln können. Auch das Gehör kann beim Musizieren in Mitleidenschaft gezogen werden. „Wir haben etliche Kollegen, die mit Mitte 50 an Tinnitus leiden“, fügt der stellvertretende Schulleiter hinzu.

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„Ich hoffe, dass Sie das Zertifikat mit Leben füllen“, sagte Waldshut-Tiengens Oberbürgermeister Philipp Frank bei der Übergabe durch Stephan Berg. „Als Verband unterstützen wir gerne das Projekt“, fügte er hinzu und verriet, dass er in seiner Jugend Unterricht im E-Bass-Spielen nahm. „Aber aus mir ist kein großer Musiker geworden“, so der OB schmunzelnd.

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