Keine guten Karten haben die Narren in der kommenden Fasnachtssaison, die traditionell am 11. 11. beginnt. Auch nicht die Oberalpfener Leiterbachpiraten, die corona-bedingt erst jetzt, fünf Monate später als gewohnt, ihre Hauptversammlung abgehalten haben. Nicht abgehalten werden konnte dagegen die traditionelle Taufe der Neulinge an den Gestaden des Leiterbachs, denn das wäre bei dem strömenden Regen und der Dunkelheit auch kaum praktikabel gewesen.

„Ich freue mich, Euch nach langer Zeit wieder mal begrüßen zu können“, so eröffnete Piratenkapitän Philipp Müller die Versammlung in der Gemeindehalle. Dann kam er gleich zu einem Punkt, der ihm besonders am Herzen lag: „Unser Verein wird jetzt 38 Jahre alt und da wird es Zeit, auch mal Danke zu sagen und unsere langjährigen, treuen Mitglieder zu ehren.“ Eine Urkunde und ein Geschenk gab es für Manfred Butz, Volker Stark und Markus Walde (35 Jahre Mitgliedschaft), Martina Welte und Werner Ebner (30 Jahre) sowie Sven Siebold (25 Jahre).

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Bedauerliche fand er, dass es in der nächsten Saison starke Einschränkungen geben werde. „In der letzten Vorstandssitzung haben wir einstimmig beschlossen, die Bunten Abende zu streichen“, so Müller. Möglich wären jedoch fasnächtliche Aktivitäten im Freien, „aber das müssen wir kurzfristig entscheiden.“ Fraglich sei auch, ob der Martinsumzug in der gewohnten Form durchgeführt werden könne. „Da müssen wir die Entwicklung abwarten und uns mit dem Kindergarten absprechen“.

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Jedenfalls werde der Verein wieder eine Narrenzeitung herausgeben und zum Fasnachtsfeuer einladen. Vorgeschlagen wurde auch, wieder die Deko im Dorf anzubringen. Schriftführerin Miriam Eckert pries bei ihrem Jahresrückblick ein neues Medikament an, „LPO 38 forte“, das Wunder bei der Behandlung chronischer Langeweile bewirken könne. Sinnvoll sei auch die Einnahme bei bestimmten Terminen, jedenfalls aber an den Höhepunkten der fasnächtlichen Saison. Mit witzigen Bemerkungen umrahmte auch Kassiererin Stephanie Roder ihren Kassenbericht. Trotz Krise konnte sie einen Überschuss ausweisen. Eine kleine Panne passierte, als sich herausstellte, dass keiner der Kassenprüfer anwesend war. Daher musste die Entlastung der Kassiererin per Telefonschaltung erteilt werden.

Ortsvorsteher Armin Arzner freute sich, dass mit der nun abgehaltenen Versammlung der Leiterbachpiraten wieder ein Stück Normalität im Dorf eingekehrt sei. Bei den Neuwahlen wurden alle Vorstandsmitglieder einstimmig in ihren Ämtern bestätigt, mit Ausnahme von Florian Reinhard, der seinen Posten als Beisitzer abgab. Einen Wermutstropfen gab es dann, als Philipp Müller und mit ihm zwei weitere Vorstandsmitglieder erklärten, in zwei Jahren, bei den nächsten Wahlen, ihre Posten abgeben zu wollen.

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