Das Schulzentrum des Landkreises in Waldshut kann ins weltweite Datennetz richtig durchstarten. Gewerbliche, Kaufmännische, Jusuts-von-Liebig- und Waldtorschule sind bei der Umsetzung der Digitalisierung weit vorn, nachdem dank der Stadtwerke Waldshut-Tiengen als Zubringer zur Datenautobahn ein Glasfaseranschluss zur Verfügung steht. Die Kreisverwaltung informierte jüngst Kreisräte über den Stand der Digitalisierung an den vier Schulen.

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Den Fortschritt bringt im wesentlichen die Übertragungsgeschwindigkeit der Glasfaserleitung, mit der sich die Schulen den Anforderungen der Wirtschaft angleichen. Anstelle des bisherigen Kupfers befördern die Glasfasern ein Vielfaches an Datenmengen pro Sekunde (eine Milliarde Informationseinheiten) symmetrisch, das heißt zum Hoch- und Herunterladen. Den Waldshuter Schulen stehe jetzt „eine ganz andere Bandbreite zur Verfügung“, schwärmte der zuständige Amtsleiter Markus Siebold vor dem Bildungsausschuss des Kreistags.

Finanziell möglich wurde der digitale Schub durch den Digitalpakt von Bund, Ländern und Kommunen. Für die drei beruflichen Schulen des Landkreises in Waldshut und das Sonderpädagogische Zentrum der Waldtor-Schule stellen Bund und Land knapp 1,3 Millionen Euro bereit. 330.000 Euro kommen dazu, der in Baden-Württemberg geforderte 20-Prozent-Anteil des Schulträgers am Gesamtbudget.

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In den Schulen werden die Lehrkräfte für das digitale Unterrichten fit gemacht. Jede Schule erstellte einen Medienentwicklungsplan, für die Kaufmännischen und die Gewerblichen Schulen in Waldshut sind sie bereits vom Land abgesegnet. Die räumliche Nähe der vier Schulen in Waldshut wird für eine Campus-Lösung der EDV-Infrastruktur genutzt, mit einem gemeinsamen Glasfasernetz und einem zentralen Server, der inzwischen im Sommer mit zwei Klimageräten gekühlt werden muss. Geplant sind die gemeinsame Nutzung von Fachräumen und der Austausch von Lehrern. In Arbeit ist ein flächendeckendes WLAN für das gesamte Berufsschulzentrum, ein drahtloses lokales Netzwerk, dank dem Schüler und Lehrer mit ihren (mobilen) Endgeräten auf dem gesamten Schulgelände ins Internet gehen können. Die Firewall, der Bedrohungsschutz für die elektronischen Daten, soll ebenfalls zentral aufgerüstet werden.

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Längst zieht in die Schulräume auch optisch digitale Technik ein, mit der staatlichen Förderung geschieht dies nun beschleunigt. Die Gewerblichen Schulen, die mit ihrer technischen Ausrichtung besonders dicht am Thema sind, gehen bei der Zielausstattung von 290 PC-Arbeitsstationen, 190 mobilen Endgeräten und zunächst 18 elektronischen Tafeln aus. Bei den Kaufmännischen Schulen sollen es neben Personal-Computern 96 iPads und 54 Notebooks werden. Die Justus-von-Liebig-Schule will für 50 PCs, 35 Tower-PCs und Notebooks sowie 60 iPads mehr als 60.000 Euro investieren. Bei der Waldtor-Sonderschule stehen 35 Rechner auf dem Plan. In ihre Datennetze wollen die vier Schulen mehr als eine halbe Million Euro investieren.

Die Entscheidung

Schulen und Land haben es mit der Digitalisierung eilig. Von den Kreisräten ließ sich die Verwaltung beauftragen, „noch nicht erfolgte Beschaffungsmaßnahmen kurzfristig umzusetzen“.