Aufmerksamen Ohren wird es nicht entgangen sein: Die seit Ostern 2017 schweigenden Glocken der Waldshuter Liebfrauenkirche läuten seit Mitte März wieder regelmäßig. Dies geschieht vorzeitig. Ihr Verstummen zu ihrer Schonung und im Vorfeld kommender Sanierungsmaßnahmen wurde vorläufig aufgehoben. Grund ist die Corona-Krise.

„Das Glockengeläut soll den Menschen ein Stück Geborgenheit, Stabilität und Normalität geben und ein Zeichen der Verbundenheit setzen.“, sagt Pfarrer Ulrich Sickinger.
„Das Glockengeläut soll den Menschen ein Stück Geborgenheit, Stabilität und Normalität geben und ein Zeichen der Verbundenheit setzen.“, sagt Pfarrer Ulrich Sickinger. | Bild: Ursula Freudig

Viermal täglich sind die sechs historischen Glocken im Liebfrauenturm derzeit in Waldshut zu hören: Morgens um 6.30 Uhr, mittags um 12 Uhr, abends um 18 Uhr und zusätzlich und außerplanmäßig um 19 Uhr. Das Läuten der Glocken soll den Menschen ein Hoffnungszeichen in Krisenzeiten sein, heißt es im aktuellen Pfarrbrief. „Das Glockengeläut soll den Menschen ein Stück Geborgenheit, Stabilität und Normalität geben und ein Zeichen der Verbundenheit setzen“, sagt Pfarrer Ulrich Sickinger, Leiter der Seelsorgeeinheit Mittlerer Hochrhein St. Verena.

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Besonders im täglichen 19-Uhr-Läuten soll die Verbundenheit zum Ausdruck kommen. Es rufe die Gläubigen auf, eine Kerze in eines ihrer Fenster zu stellen und im privaten Kreis zu beten. „Ich bin überzeugt, dass dies gut tut“, sagt Pfarrer Sickinger. Das Coronavirus hat auch das kirchliche Leben weitestgehend zum Erliegen gebracht. Schon länger finden keine Gottesdienste mehr statt. Wenn die Corona-Krise überstanden ist, werden die Glocken der Liebfrauenkirche wieder verstummen.

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Die Sanierung der sechs historischen Glocken steht an und zu ihrer dauerhaften Entlastung die Anschaffung von drei neuen Glocken. Sie kosten rund 175.000 Euro und sind über Spenden bereits zu über 90 Prozent finanziert. Im Gegensatz zu den Liebfrauenglocken, bleiben die drei Glocken im Turm der Gottesackerkapelle auch während der Krise stumm. Seit rund drei Jahren müssen sie schweigen, weil der Turm instabil ist. Ein Läuten dieser Glocken wäre nach Aussage von Pfarrer Ulrich Sickinger zu gefährlich. Nach Corona, wenn der Alltag zurückgekehrt ist, erfolgen erste vorbereitende Schritte zur Sanierung des Turms.