Corona-bedingt sind auch beim Narrenverein Oberalpfen die Termine durcheinandergeraten. Das stellte Kapitän Philipp Müller bei der Hauptversammlung fest. Normal wäre gewesen, dass der Verein am 30. April seine Hauptversammlung abhält und seine neuen Mitglieder an den „Gestaden des Leiterbaches“ tauft und sie einem Rütteltest unterzieht, ein traditionelles und spektakuläres Ritual.

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Bereits die Hauptversammlung 2020 fiel aus dem gewohnten Zeitrahmen, sie fand im September statt. „Für die Zeit danach hatten wir noch einiges geplant, aber es hat nichts mehr geklappt“, bedauerte Kapitän Philipp Müller, und weiter: „die Fasnacht wurde für uns zu einem Trauerspiel.“

Vorfreude auf 2022

So sah es auch Schriftführerin Miriam Eckert, die ihren Tätigkeitsbericht in Form einer Trauerrede hielt: „Liebe Trauergemeinde! Wir nehmen Abschied von einer langweiligen, humor- und trostlosen Fasnacht. Uns alle hat der Verlust der fünften Jahreszeit schwer getroffen.“ Aber dann richtete sie ihren Blick nach vorn: „Fastnacht 2022, wir freuen uns auf dich!“

Kassenlage

Trist war auch der Blick auf die Kassenlage: Stephanie Müller stellte in ihrer Bilanz eine „gähnende Leere“ fest. Dennoch bestätigten ihr die Kassenprüfer Werner Ebner und Rainer Welte eine einwandfreie Kassenführung. Das Einzige, was positiv zu Buche schlug, war die Narrenzeitung, die pünktlich erschien und reißenden Absatz fand.

Zu einem großen Erfolg wurde der Abenteuerweg, den die Leiterbachpiraten in den Pfingstferien eingerichtet hatten.
Zu einem großen Erfolg wurde der Abenteuerweg, den die Leiterbachpiraten in den Pfingstferien eingerichtet hatten. | Bild: Manfred Dinort

Aber dann, in den Pfingstferien, gab es doch noch ein echtes Glanzlicht: An den Talhängen des Dorfes wurde ein Abenteuerweg eingerichtet, der eine gute Resonanz fand. Auch Ortsvorsteher Armin Arzner klagte, das Jahresprogramm sei total aus dem Ruder gelaufen: „Es war nichts los, das Dorf braucht und lebt von seinen Vereinen.“

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Ausblick

Bei allem Optimismus 2022 gab es auch nachdenkliche Stimmen: Im nächsten Jahr muss der Vorstand neu gewählt werden. Vier Vorstandsmitglieder wollen ihren Posten abgeben, auch ein neuer Kapitän muss her. Philipp Müller appellierte an seine Kameraden, sich rechtzeitig über geeignete Nachfolger Gedanken zu machen. Trotzdem stehe fest, dass der Verein im nächsten Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert „und daran kann auch Corona nicht rütteln“. Vom 1. bis 3. April soll im Haus des Gastes in Höchenschwand eine Auswahl der Showabende präsentiert werden: „The Best of“.