Als erstes Wahllokal hatte um 18.59 Uhr die Gemeindehalle Indlekofen alle Stimmen ausgezählt, gefolgt von der Gemeindehalle Aichen und dem Rathaus Waldshut, wie Klaus Teufel, Sachbearbeiter für Wahlen bei der Stadtverwaltung Waldshut-Tiengen, am Montagvormittag auf Nachfrage dieser Zeitung erklärte. Gegen 20.30 Uhr stand das vorläufige Endergebnis aller 18 Wahlbezirke sowie der sieben Briefwahlvorstände fest.

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Die CDU bleibt zwar stärkste Kraft in Waldshut-Tiengen, hat jedoch in allen Wahlbezirken an Stimmen verloren. Insgesamt kam die Union in der Doppelstadt auf 26 Prozent, was einem Verlust von 12,1 Prozentpunkten gegenüber der Bundestagswahl 2017 entspricht. Das beste Ergebnis bei den Zweitstimmen fuhr die Partei in der Gemeindehalle Aichen mit 50,0 Prozent ein, das schlechteste mit 17,9 Prozent in der Theodor-Heuss-Schule in Waldshut. In Aichen hatte der Direktkandidat Felix Schreiner aus Lauchringen auch bei den Erststimmen die Nase vorn. 53,7 Prozent der Wähler, die an der Urne und nicht zuvor per Briefwahl wählten, sprachen in dem Ortsteil dem 35-jährigen Bundestagskandidaten ihr Vertrauen aus.

Den kleinsten Stimmenanteil hatte Schreiner im Klettgau-Gymnasium in Tiengen mit 24,1 Prozent, wo er zehn Prozent weniger Prozentpunkte erreichte als die SPD-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter, die dort mit 34 Prozent ihr insgesamt stärkstes Ergebnis erzielte. Die wenigsten Wähler konnte die 58-jährige Lauchringerin im Pfarrsaal Waldkirch überzeugen, wo sie 19,8 Prozent bekam. Insgesamt konnten die Sozialdemokraten in Waldshut-Tiengen um 6,3 Prozentpunkte gegenüber 2017 zulegen. Die Partei erreichte bei den Zweitstimmen 23 Prozent.

Die Grünen erzielten ihr bestes Ergebnis bei den Zweitstimmen innerhalb der 18 Wahllokale in der Robert-Schumann-Realschule in Waldshut mit 19,9 Prozent und das schlechteste in der Gemeindehalle Indlekofen mit 7,4 Prozent. In fünf von sieben Briefwahlvorständen erreichte die Partei jedoch jeweils mehr als 20 Prozent, was darauf schließen lässt, dass ein Teil der Briefwähler sich auf die Grünen festgelegt hatte, bevor der Bundestrend für die Partei rückläufig war. Der Waldshuter Grünen-Kandidat Jan-Lukas Schmitt überzeugte die meisten Wähler, die an der Urne abstimmten, im Hochrhein-Gymnasium in Waldshut, wo der 26-jährige Wirtschaftsjournalist selbst kurz nach 11 Uhr am Wahlsonntag seine Kreuzchen machte. Sein niedrigstes Ergebnis verzeichnete Schmitt in Aichen mit 6,7 Prozent. Insgesamt verbesserten die Grünen bei den Zweitstimmen ihr Ergebnis von 2017 um 4,8 Prozentpunkte auf 17,4 Prozent.

Wahlparty der Grünen im Rheinischen Hof in Waldshut: Gespannt verfolgte Kandidat Jan-Lukas Schmitt mit seinen Gästen – darunter links neben ihm Stadträtin Petra Thynen, rechts Landtagsabgeordneter Niklas Nüssle – die ersten Hochrechnungen.
Wahlparty der Grünen im Rheinischen Hof in Waldshut: Gespannt verfolgte Kandidat Jan-Lukas Schmitt mit seinen Gästen – darunter links neben ihm Stadträtin Petra Thynen, rechts Landtagsabgeordneter Niklas Nüssle – die ersten Hochrechnungen. | Bild: Ursula Freudig
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Mit 14,2 Prozent bleibt die FDP in der Großen Kreisstadt viertstärkste Kraft. Die Liberalen legten gegenüber 2017 sogar noch 2,9 Prozentpunkte drauf. Den höchsten Stimmenanteil erreichte die Partei in der BLHV-Bezirksgeschäftsstelle auf dem Mittleren Berg in Tiengen mit 21,4 Prozent, den niedrigsten in der Christlichen Schule Hochrhein in Waldshut mit 10,5 Prozent. Der FDP-Kandidat Jareem Khawaja aus Laufenburg erzielte bei den Erststimmen mit 11,7 Prozent das beste Ergebnis im Kinderhaus St. Johannes auf dem Waldshuter Aarberg. Das schlechteste holte der 19-jährige Student mit 5,1 Prozent in der Gemeindehalle Gurtweil.

Die AfD verlor gegenüber der vorherigen Bundestagswahl insgesamt 2,3 Prozentpunkte und bleibt mit insgesamt 9,0 Prozent der Zweitstimmen fünftstärkste Partei in der Doppelstadt. Die meisten Wähler mobilisierte die Partei in der Johann-Peter-Hebelschule in Tiengen mit 15,5 Prozent, die wenigsten in der Gemeindehalle Eschbach mit knapp vier Prozent. Die AfD-Kandidatin Andrea Zürcher aus Stühlingen holte mit 15,6 Prozent ihr bestes Ergebnis im Klettgau-Gymnasium in Tiengen, die wenigsten Wähler überzeugte die 38-jährige Referentin auch bei den Erststimmen in der Gemeindehalle Eschbach mit knapp vier Prozent.

Die Linke erzielte in fast allen Stimmbezirken unter fünf Prozent. Ihr höchstes Ergebnis bei den Zweitstimmen fuhr die Partei mit 5,38 Prozent im Hochrhein-Gymnasium in Waldshut ein. Ihr niedrigstes Ergebnis lag im Pfarrsaal Waldkirch mit 0,65 Prozent. Insgesamt kam die Partei auf 2,9 Prozent, was einem Rückgang um 2,9 Prozentpunkte gegenüber 2017 entspricht. Kandidat Robert Kuhlmann aus Grenzach-Wyhlen konnte mit 5,4 Prozent die meisten Wähler in Indlekofen überzeugen. In der CDU-Hochburg Aichen stimmte kein einziger Wähler für den Linken.

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