Hochbetrieb im oberen Bereich des Liederbachtals: Ein gutes Dutzend Männer und Frauen sind dabei, marode Bäume zu fällen, das Holz zu zerkleinern und das Bachufer zu säubern – eine Aktion der BUND-Ortsgruppe Waldshut-Tiengen. Ausgestattet sind sie mit Motorsäge, Axt, Rechen, Hacke oder Schubkarre. Auch von der gegenüberliegenden Talseite ertönt das Kreischen einer Motorsäge.

  • Die Arbeiten: Das Holz wird oben am Weg abgelagert, teils als Meterware, teils in ganzen Stämmen. Es sind Eschen, die abgestorben sind. Die Wurzeln waren abgefault und konnten nicht mehr die notwendigen Nährstoffe liefern. Die Folge: Der Baum stirbt ab, beginnend an der Spitze. Irgendwann reicht schon ein kleiner Windstoß und das Skelett kippt um.

Einerseits, so erklärt BUND-Mitglied Hans Jürgen Bannasch, sei Totholz aus ökologischen Gründen wünschenswert. Andrerseits sei aber die Gefahr sehr groß, dass die Bäume in die angrenzenden Wiesen stürzen, zerbrechen und die Flächen nicht mehr ordentlich bewirtschaftet werden können. „Wenn der Baum fällt, zerbricht er in tausend Stücke und die ganze Wiese ist damit übersät“, so beschreibt er.

Hans Jürgen Bannasch bei der Arbeit mit der Motorsäge.
Hans Jürgen Bannasch bei der Arbeit mit der Motorsäge. | Bild: Manfred Dinort

Wichtig sei daher, dass die Aktion vor Beginn der Vegetationsperiode durchgeführt werde. Derzeit komme ihnen das trockene Wetter entgegen, sodass die Arbeit leicht falle. „Heute haben wir so viele Helfer wie selten bei einer Aktion“, freut sich auch die BUND-Vorsitzende Yonka Thurner. Den ökologischen Nutzen des Totholzes beschreibt sie so: „In den Stämmen finden viele Insekten optimale Voraussetzungen, um sich zu vermehren und die Brut hochzuziehen.“

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Lob hatte sie für ihre Mitgliedskollegin Petra Brunner, die viel zur Pflege der Bäume im Tal beigetragen habe. Lob gab es auch für Pirmin Tröndle, der das schwere Gerät organisiert hatte, um die Fällarbeiten zu erleichtern, das Holz weg zu schleifen und es gleich per Ladewagen abzutransportieren. „Ich habe nicht gedacht, dass das heute so gut läuft und wir so schnell fertig sind“, bestätigt auch Hans Jürgen Bannasch, „obwohl viele Eschen stark mit Efeu ummantelt waren und davon befreit werden mussten.“

  • Das Eschensterben: Das Absterben der landschaftsprägenden Eschen im Liederbachtal ist seit Jahren im Gange. Im unteren Teil des Tals mussten bereits viele Bäume entfernt werden. Auch ein Biber trieb hier sein Unwesen und schädigte die Bäume. Bei den Baumfällarbeiten spiele auch der Sicherheitsaspekt eine wichtige Rolle, dass Menschen, die das Gelände bewirtschaften, nicht durch abbrechende Äste oder umstürzende Bäume gefährdet werden. Auch das Weidevieh müsse geschützt werden.
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Unten im Tal wurden Schwarzerlen nachgepflanzt, für den oberen Bachabschnitt wurden 50 Flatterulmen und 150 Schwarzerlen bestellt, „Bäume, die hier zu Hause sind und einen ähnlichen Anspruch an Boden und Klima haben wie die Esche.“ Bei der Bestellung habe man sich an die Stadt angehängt. „Schön wäre es auch, wenn sich die Stadt an den Kosten beteiligen würde“, meinte Yonka Thurner.

Die benachbarten Wiesenflächen sind mit Bruchstücken der gefällten Bäume übersät.
Die benachbarten Wiesenflächen sind mit Bruchstücken der gefällten Bäume übersät. | Bild: Manfred Dinort

Vorrangig sei, dass der Bach wieder begrünt werde und sich eine landschaftstypische Vegetation entwickle. Die Neupflanzen müssten durch Maschendraht gesichert werden, „sonst macht uns der Rehbock alles wieder kaputt“. Ohne die gezielten Eingriffe des BUND würde sich die Vegetation anders entwickeln, „aber uns geht es darum, die landschaftsprägenden Bäume zu erhalten“. Beide bedanken sich bei den Helfern für die Arbeit unter Einhaltung der Corona-Vorschriften.

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Die nächste Aktion findet am Wochenende statt. „Da bekommen wir eine mobile Säge, um Baumstämme aufzutrennen“, so Hans Jürgen Bannasch. Daraus soll eine fahrbare Hütte entstehen, die für die Kindergruppe und auch für die Biotoparbeit zum Einsatz kommen soll.