Der Prüfungsmarathon an Gymnasien hat begonnen. Eine erste Hürde Abiturprüfungen 2021 haben viele Schüler bereits am Montag gemeistert: die schriftliche Deutsch-Klausur. Durch die jüngste Reform der gymnasialen Oberstufe an allgemeinbildenden Gymnasien in Baden-Württemberg war dieser Termin allerdings nicht für alle verpflichtend.

Der „Großkampftag“, wie Markus Funck, kommissarischer Schulleiter des Hochrhein-Gymnasiums Waldshut, ihn nennt, stehe erst am kommenden Freitag bevor. Hier stehen alle gesellschaftswissenschaftlichen Fächer und Sport auf dem Programm. Im Vergleich zum ersten Corona-Abi im Jahr 2020 haben sich dieses Mal nur wenige bis gar keine Schüler für den alternativen Prüfungstermin im Juni entschieden. Dies ergab eine Umfrage unter den fünf Gymnasien in Waldshut-Tiengen.

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„Ich habe gelernt, ich bin vorbereitet, ich will mein Abitur schreiben“, fasst Regina Goeres, Studiendirektorin des Fachbereichs Deutsch und der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer des Klettgau-Gymnasiums Tiengen (KGT), die Stimmung ihrer Abiturienten zusammen. Von den insgesamt 89 Prüflingen hätten sich nur wenige für den Juni-Termin entschieden. Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Waldshuter Schullandschaft.

Simon Denz, Abteilungsleiter des Wirtschaftsgymnasiums in Waldshut, erklärt weitere Gründe für diesen Entschluss: „Da das Abitur zwei Wochen nach hinten verschoben wurde und Themen gestrichen wurden, ist die Stimmung gut.“ Außerdem berge ein Abwarten bis Juni ein weiteres Risiko. „Für den Nachtermin gibt es keinen weiteren Nachtermin“, erklärt er. Im schlimmsten Fall würde sich die Prüfung somit bis in den Herbst verzögern – und die Bewerbung für einen Studienplatz gefährden.

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So haben sich am Wirtschaftsgymnasium alle 77 Schüler für den Haupttermin angemeldet. Auch am Hochrhein-Gymnasium wurde erörtert, ob der sogenannte Nachtermin sinnvoll sei. „Schlussendlich sind es vier Wochen mehr Zeit zum Lernen“, rechnet Markus Funck vor. Doch abgesehen davon gebe es keine großen Vorteile, denn bis zum Nachtermin sei kein Unterricht mehr geplant.

Getestete und nicht getestete Abiturienten

Hatten im vergangenen Jahr noch einige Schüler des Waldshuter Gymnasiums Bedenken wegen eines möglichen Infektionsrisikos, hätten diese durch das verpflichtende Tragen einer Maske ausgeräumt werden können, so der stellvertretende Schulleiter Funck. „Das Bewusstsein sich infizieren zu können, war im vergangenen Jahr ein ganz anderes“, erklärt er.

Einige Schüler hätten es vor Jahresfrist bevorzugt, separat zum Nachtermin zu schreiben. In diesem Jahr haben sich am Hochrhein-Gymnasium alle 88 Kandidaten gegen diese Möglichkeit entschieden. Auf Nachfrage dieser Zeitung haben sich von den 57 Abiturienten am Technischen und den 46 Prüflingen am Ernährungswissenschaftlichen- und Biotechnologischen-Gymnasium wenige für Option zwei entschlossen.

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Abgesehen vom Hochrhein-Gymnasium – hier finden die Prüfungen in der Sporthalle statt – werden Abiturienten der vier anderen Schulen auf Klassenzimmer verteilt. Die geforderten Abstände werden dabei oft ausgeweitet und die maximale Anzahl der Anwesenden unterschritten.

Regina Goeres sieht gerade das neue System in den Oberstufen als eine Erleichterung an: „Durch die Trennung in Leistungs- und Basiskurse benötigen wir für die Deutsch-Prüfung beispielsweise nur sieben Zimmer.“ Denn wer Deutsch als Basiskurs gewählt hat, wird lediglich mündlich im Fach geprüft und nicht schriftlich. Für eine räumliche Entzerrung führt außerdem die Neuerung, dass lediglich drei schriftliche Prüfungen an den allgemeinbildenden Gymnasien geschrieben werden – nämlich in den drei gewählten Leistungsfächern, wie Funck erklärt.

So haben lediglich 46 von 88 am Hochrhein-Gymnasium und 36 von 89 am Klettgau-Gymnasium Deutsch als Leistungskurs gewählt und die erste Prüfung somit hinter sich. Durch diese Neuerung ist es in der Sporthalle sogar möglich, Abstände bis zu drei Metern zum Nebenmann auszuweiten.

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