Die Stadt Waldshut-Tiengen hat die Ampel bereits auf grün gestellt, doch die Mountainbiker müssen sich noch in Geduld üben. Der Aarberg-Trail, der künftig von der Waldshuter Bergstadt hinab in Richtung Schmittenau führen soll, wird vermutlich erst im Frühjahr 2022 für Radsportler freigegeben. Noch steht eine Sondergenehmigung der Forstverwaltung aus. Möglicherweise, so Lukus Höcker, Vorsitzender des Vereins Hochrhein Trails im Gespräch mit dieser Zeitung, könnte auch noch ein Naturschutzgutachten notwendig sein.

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Im Waldshut-Tiengener Gemeinderat war die Idee des Vereins Hochrhein Trails indes schon auf fruchtbaren Boden gefallen. Die Stadträte machten nicht nur den Weg durch den städtischen Wald frei, sondern spendierten dem Verein auch gleich noch einen Zuschuss für sein Vorhaben. Das Gremium folgte dem Vorschlag von CDU-Stadtrat Armin Arzner, die Realisierung des Aarberg-Trails mit 500 Euro aus der Stadtkasse zu unterstützen. Überhaupt hatten die Gemeinderatsmitglieder nur gute Worte für die Idee übrig. Lob gab es aus allen Fraktionen.

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Der Einstieg in den Trail, also die Strecke über Wurzel, Stock und Stein quer durch den städtischen Forst soll vom parallel zur Tannenstraße verlaufenden Fußweg erfolgen. Im Anschluss, so die Planung, soll die Streckenführung des schon bestehenden, aber zurzeit gesperrten Mountainbike-Trail übernommen werden.

Leichte Streckenführung

Sobald das Gelände steil abfällt, soll von der ursprünglichen Streckenführung abgewichen werden. Von da an soll der neue Trail immer oberhalb der natürlichen Abbruchkante des Waldshuter Aarbergs verlaufen, bevor die blaue, also eher leichtere Strecke auf dem Miesle Haldenweg oberhalb des Waldkindergartens endet. Auf mittlerer Höhe des Trails soll für fortgeschrittene Fahrer eine schwarze, also deutlich schwerere Alternativroute möglich sein.

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Die blaue Strecke wurde nach dem Leitfaden zur Entwicklung von Mountainbike-Trails des Naturpark Südschwarzwald entwickelt. Der Streckenverlauf, so sehen es die mit der Stadtverwaltung abgestimmten Pläne des Vereins Hochrhein Trails vor, soll hauptsächlich natürlich gestaltet werden. Durch anfängerfreundliche und dennoch fordernde Hindernisse soll eine möglichst breite Nutzerschaft angestrebt werden. Die Ausgestaltung erfolgt als sogenannter Singletrail, darunter versteht man einen Pfad, der so schmal ist, dass man dort nicht nebeneinander fahren oder laufen kann. Die Breite soll deshalb zwei Meter nicht überschreiten, vergleichbar mit einem herkömmlichen Wanderweg.

Der Bau der Strecke soll von Hand durchgeführt werden. Sämtliche Arbeiten wollen die Mitglieder des Vereins Hochrhein Trails selbst ausführen. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, ein abwechslungsreiches und breites Angebot an offiziellen Trails zu schaffen, wie es auf der Vereinshomepage heißt.

Das alles aber unter der Prämisse, möglichst wenig in die Natur einzugreifen. Deshalb heißt es weiter: „Nicht Neues bauen und auf Nutzung hoffen, sondern schon Genutztes offiziell machen.“ Der Streckenverlauf vom Aarberg hinab ins Rheintal, sei, so hieß es im Gemeinderat, mit der zuständigen Försterin Carmen Kellermann abgestimmt worden. Gleichwohl müssen die Initiatoren noch das Ergebnis eines Naturschutzgutachtens abwarten.

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Nach Angaben des Vereins beträgt die aktuelle Kostenschätzung für den Bau etwas mehr als 7600 Euro. Ein Großteil ist davon für das Naturschutzgutachten vorgesehen und zudem wurde bereits Geld für einen möglichen Rückbau einkalkuliert. Auch das fand lobende Anerkennung am Ratstisch. Die laufenden Kosten gibt der Verein mit unter 500 Euro jährlich an. Die Stadt will dem Verein das für die Strecke notwendige Gelände unentgeltlich überlassen.