Wenig war wegen der Corona-Pandemie möglich, aber das Wenige war etwas ganz Besonderes und betraf den historischen Kern des Schwyzertags. Unter der Regie der Bürger- und Narrenzunft 1503 Tiengen – Ausrichter des Schwyzertags – feierte Tiengen am gestrigen Sonntag zwei traditionelle Programmpunkte des großen Tiengener Heimatfests: Den Festgottesdienst und die Totenehrung. Und dies nicht wie sonst in der katholischen Tiengener Pfarrkirche und am Löwendenkmal, sondern erstmals im großzügigen Schlossgarten.

Mit Wehmut: Mit diesem Banner am Eingang der Fußgängerzone macht die Bürger- und Narrenzunft Tiengen bewusst, dass Tiengen jetzt eigentlich das große Heimatfest groß feiern würde.
Mit Wehmut: Mit diesem Banner am Eingang der Fußgängerzone macht die Bürger- und Narrenzunft Tiengen bewusst, dass Tiengen jetzt eigentlich das große Heimatfest groß feiern würde. | Bild: Ursula Freudig

Rund 100 Menschen, unter ihnen auch Waldshut-Tiengens Oberbürgermeister Philipp Frank und Bürgermeister Joachim Baumert, besuchten den Openair-Festgottesdienst, der von Pfarrer Ulrich Sickinger zelebriert wurde. Musikalisch umrahmt wurde er von einer kleinen Besetzung des Kirchenchors und zwei jungen Trompetern unter der Leitung von Kantor Oliver-Schwarz Roosmann.

Mit Ursprung: Zunftmeister Ralf Siebold (von links, Bürger- und Narrenzunft Tiengen), Oberbürgermeister Philipp Frank, Christa Bader (Vorsitzende Schwyzertagskomitee) und Ehrenzunftrat Herbert Siebold nach dem Festgottesdienst mit dem Auszug (Gelöbnis) aus dem Jahrbuch der Pfarrgemeinde Tiengen aus dem 15. Jahrhundert.
Mit Ursprung: Zunftmeister Ralf Siebold (von links, Bürger- und Narrenzunft Tiengen), Oberbürgermeister Philipp Frank, Christa Bader (Vorsitzende Schwyzertagskomitee) und Ehrenzunftrat Herbert Siebold nach dem Festgottesdienst mit dem Auszug (Gelöbnis) aus dem Jahrbuch der Pfarrgemeinde Tiengen aus dem 15. Jahrhundert. | Bild: Ursula Freudig

Zu Beginn der Feier trat Zunftmeister Ralf Siebold ans Mikrofon und las das Gelöbnis aus dem Jahrbuch der Pfarrgemeinde Tiengen aus dem 15. Jahrhundert vor, auf das der Schwyzertag zurückgeht. Nach der Er-rettung aus großer Not, hatten die Tiengener gelobt, jedes Jahr im Gedenken an dieses Ereignis eine Jahrzeit wie ein kirchliches Hochfest zu halten.

Das könnte Sie auch interessieren

In seiner Predigt schlug Pfarrer Ulrich Sickinger die Brücke zwischen Festen wie dem Schwyzertag, die uns für kurze Zeit aus dem Alltag herausreißen würden, und dem immerwährenden Fest Gottes, das niemand und nichts absagen könnte. „Corona hin oder her, das Fest Gottes geht immer weiter, wo Liebe unter den Menschen gelebt wird und es gibt Kraft für die alltäglichen Herausforderungen“, sagte er.

Mit Festgottesdienst: Pfarrer Ulrich Sickinger zelebriert den Schwyzertags-Festgottesdienst im Tiengener Schlossgarten mit rund 100 Besuchern.
Mit Festgottesdienst: Pfarrer Ulrich Sickinger zelebriert den Schwyzertags-Festgottesdienst im Tiengener Schlossgarten mit rund 100 Besuchern. | Bild: Ursula Freudig

Im Anschluss war ebenfalls im Schlossgarten die Totenehrung unter Mitwirkung der Zunftgruppen Bürgerwehr und Spielmannszug. Zunftmeister Ralf Siebold nannte stellvertretend für alle Verstorbenen, die Namen von verstorbenen und verdienten Zunftmitgliedern. Zu Ehren aller Verstorbenen feuerte die Bürgerwehr drei Salutschüsse in den Tiengener Himmel.

Das könnte Sie auch interessieren

Damit und den Worten von Zunftmeister Siebold, dass er erstmals in seiner über 25-jährigen Zunft-Mitgliedschaft „ganz wenig zu tun gehabt hätte“, gingen die Feierlichkeiten im Schlosshof zu Ende. Ganz war damit der 605. Schwyzertag aber noch nicht vorbei. Am frühen Abend gaben hiesige Musiker in der Tiengener Pfarrkirche zwei kleine Konzerte.

Mit Knall: Drei Mal schießt die Bürgerwehr bei der Totenehrung nach dem Schwyzertags-Festgottesdienst im Schlossgarten Salut.
Mit Knall: Drei Mal schießt die Bürgerwehr bei der Totenehrung nach dem Schwyzertags-Festgottesdienst im Schlossgarten Salut. | Bild: Ursula Freudig
Das könnte Sie auch interessieren