Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt ist jetzt in Waldshut eine Galerie eröffnet worden – die Galerie Art 94 in der Kaiserstraße. In den früheren Räumen eines Fotogeschäfts zeigt Udo Albrecht jetzt eigene großflächig blaue Bilder („Steps“), schmale, bemalte Plastiken („Ikarus“) mit Stäben und mehr. In dieser ersten Ausstellung zeigt er aktuelle Arbeiten von großer Konzentration und Reduktion. Hauptberuflich leitet Udo Albrecht ein Grafikbüro in der Rheinstraße, malt aber schon seit seiner Kindheit.

Wie kam er zur Idee einer eigenen Galerie? Er lacht und sagt: „Die Räume gehören meiner Frau. Als das Fotogeschäft Dockhorn jetzt umzog, gab es mehrere Interessenten für die Räume. Dabei wurde die Idee für eine eigene Galerie geboren. Das Ganze ist ein Experiment, für das ich mich sehr engagiert habe. Mir machen die Gespräche mit Besuchern Spaß, die sich für meine Arbeit interessieren. Aber wegen meines Hauptberufs ist die Galerie nur am Freitagnachmittag und sonnabends geöffnet. Mal sehen, wie‘s läuft.“

Udo Albrecht vor seinem Bild „Steps“.
Udo Albrecht vor seinem Bild „Steps“. | Bild: Rosemarie Tillessen

Der gelernte Grafiker und Designer hat auch während seiner Ausbildung gemalt und mehrmals wöchentlich abends ein Kunststudium in Basel belegt: „Ich habe viel mit Airbrush und verschiedenen Stilen experimentiert, oft auch auf Karton. Durch meinen Beruf habe ich ja auch handwerkliches Rüstzeug und arbeite gern mit Kalligrafie. Zur aktuellen Ausstellung sagt er: „Vor allem reizen mich Geschichten der griechischen Mythologie wie die von Ikarus. Neu bei meinen plastischen Figuren ist für mich das Material Creal, das ist haltbarer als Pappmaché.“

Eine Ikarus-Figur von Udo Albrecht mit fast unsichtbarem Bildtext dahinter.
Eine Ikarus-Figur von Udo Albrecht mit fast unsichtbarem Bildtext dahinter. | Bild: Rosemarie Tillessen

Nach der Geburt seiner Tochter 1995 hat Udo Albrecht dann eine längere Pause eingelegt. Doch seit einigen Jahren arbeitet er in seiner Freizeit wieder in seinem Atelier: „Da hat sich einiges angehäuft.“ Sein Konzept ist, immer wieder die Bilder zu wechseln und vielleicht auch einmal anderen Künstlern den Raum zur Verfügung zu stellen.