Melanie Mickley

Viele Schulangebote, Berufe und Studiengänge stellen Schulabsolventen vor Unsicherheiten, was für sie das richtige Angebot sein mag. Entscheidungshilfen durch Orientierungsangebote gab es durch die Corona-Pandemie in den vergangenen zwei Jahren nur eingeschränkt oder teils gar nicht. Umso wichtiger war der Berufsorientierungstag (BOT) an den drei Beruflichen Schulen in Waldshut, der unter dem Motto „Schulabschluss – was nun?“ stattfand.

Diese Jugendlichen von der Gemeinschaftsschule Hohentengen informierten sich bei Oberstudienrat Kai Krüger von den Kaufmännischen ...
Diese Jugendlichen von der Gemeinschaftsschule Hohentengen informierten sich bei Oberstudienrat Kai Krüger von den Kaufmännischen Schulen über die weiterführenden Möglichkeiten. | Bild: Melanie Mickley

Die Veranstaltung bot Schülern aller Schularten aus dem Landkreis die Möglichkeit, Betriebe mit ihren Ausbildungs- und Studienangeboten, höhere Schulabschlüsse oder eine gezielte Berufsvorbereitung an den weiterbildenden Schulen kennenzulernen. Das ist, je nach Vorbildung, auf vielfältige Weise möglich: Nach dem Hauptschulabschluss ist bei den Berufsfachschulen die Berufsvorbereitung in Elektro-, Metall- und Fahrzeugtechnik (Gewerbliche Schulen) sowie in Altenpflege (Justus-von-Liebig-Schule) möglich. Die zweijährige Berufsfachschule beinhaltet den mittleren Bildungsabschluss (Fachschulreife) und kann auf die Lehrzeit angerechnet werden.

Der DRK-Kreisverband war nicht nur für den Notfall parat, sondern informierte auch über die Sanitäter-Ausbildungen und das Freiwillige ...
Der DRK-Kreisverband war nicht nur für den Notfall parat, sondern informierte auch über die Sanitäter-Ausbildungen und das Freiwillige Soziale Jahr. | Bild: Melanie Mickley

Schüler, die einen mittleren Bildungsabschluss haben, können am Berufskolleg der Gewerblichen-, Kaufmännischen- und Hauswirtschaftlichen Schulen nach zwei Jahren die Fachhochschulreife (Fachabitur) erlangen. Für gute Absolventen mit mittlerem Bildungsabschluss eröffnet der Besuch eines der fünf Beruflichen Gymnasien den Weg zum Abitur, mit dem jeder Studiengang aufgenommen werden kann.

So viele Aussteller wie nie

Neben den Informationen zu den beruflichen Schulen erhielten die in Scharen anwesenden Besucher auch Einblicke in zahlreiche Ausbildungsbetriebe aus der Region sowie in Berufe in Ämtern und Angebote von Hochschulen. Auch auf den Schulhöfen präsentierten sich Firmen, Autohändler, das Rote Kreuz und die Straßenmeisterei mit Ausstellungsfahrzeugen. „Noch nie hatten wir so viele Aussteller wie dieses Jahr“, sagte Roland Goldau, Lehrer an den Gewerblichen Schulen, der die Veranstaltung mit seiner Kollegin Katharina Ebner-Bröcheler von den Kaufmännischen Schulen organisierte. Der Organisationsaufwand sei nach zweijähriger Corona-Pause in diesem Jahr zwar etwas größer gewesen, aber es hätte sich gelohnt und viele neue Firmen wurden für die Veranstaltung dazugewonnen. Auch die Besucherzahl hätte zugenommen und lag geschätzt bei 3200.

Hier wird die Geschicklichkeit der Interessierten mit Lego Technik erprobt.
Hier wird die Geschicklichkeit der Interessierten mit Lego Technik erprobt. | Bild: Melanie Mickley

Beeindruckt von der Fülle und Vielfalt der Aussteller war auch Oberbürgermeister Philipp Frank, der mit den Schulleitern einen Rundgang durch die Ausstellungshallen unternahm. „Diese Veranstaltung ist für beide Seiten gut und wichtig“, sagte der OB. Er hoffe, dass dem Fachkräftemangel auf diese Weise etwas entgegengewirkt werden kann. An den Ständen informierten überwiegend die Auszubildenden der Firmen. So war die Ansprache auf Augenhöhe und die Schüler trauten sich auch eher, Fragen zu stellen. Die Auszubildenden hatten zum Teil eigens für den Berufsorientierungstag Exponate angefertigt, wie zum Beispiel einen Schokoladenausgabeautomat mit Steuerung via Tablet, einen Einarmigen Banditen oder einen Flipperautomaten.

Großes Interesse und viele Fragen hatten die Schüler an den Infoständen der Aussteller.
Großes Interesse und viele Fragen hatten die Schüler an den Infoständen der Aussteller. | Bild: Melanie Mickley

Für diejenigen, die noch gar keine Vorstellungen hatten, wie es für sie nach dem Schulabschluss weitergehen soll, bot die Bundesagentur für Arbeit eine Berufsberatung an. Auch die Gesellschaft für psychologische Eignungsdiagnostik und Unternehmensberatung (gepedu) machte mit den Interessenten einen kostenlosen Berufsorientierungstest direkt am Stand und informierte über die sich bietenden Möglichkeiten. Ebenso war mit der HBL (Hilfe für Beruf und Leben) an diejenigen gedacht, die während der Ausbildung Unterstützung benötigen. Die gemeinnützige GmbH bietet Hilfe bei Problemen während der Ausbildung an. Die Assistierte Ausbildung (AsA) ist kostenlos und wird durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter getragen.

Viele Stände der ausstellenden Firmen waren mit ihren Auszubildenden besetzt, die den Schülern auf Augenhöhe begegneten.
Viele Stände der ausstellenden Firmen waren mit ihren Auszubildenden besetzt, die den Schülern auf Augenhöhe begegneten. | Bild: Melanie Mickley