Trotz der Corona-Pandemie hat der Landschaftspflegeverein für das Liederbachtal Eschbach-Gaiß bei seiner Hauptversammlung eine positive Bilanz gezogen. Im vergangenen Vereinsjahr, so berichtete der Vorsitzende Eugen Schupp, wurden zwei Vorstandssitzungen abgehalten und ein Infoschreiben an die Mitglieder verschickt.

Der Verein und das Tal

Der Schwerpunkt lag beim Schlachtbetrieb. Es wurden 42 Schlachtungen und 14 weitere Nutzungen registriert. Geschlachtet wurden Rinder, Schafe, Schweine, Rehe und zwei Zebus. Zwei Fleisch- und eine Hackfleischprobe wurden zur Kontrolle nach Freiburg eingeschickt, es gab keine Beanstandungen. Laufend dokumentiert wurden die Reinigungsarbeiten im Schlachtraum und die Temperaturen im Kühlraum. Mehr als 6000 Euro kostete die neue Außentür. „Zwei Drittel der Kosten übernahm die Stadt, ein Drittel steuerte die Ortschaft bei“, erklärte Eugen Schupp, „der Verein selbst hatte keine Kosten.“

Eugen Schupp (links) und Hansjürgen Bannasch bei ihrer schweißtreibenden Arbeit an den Hängen des Liederbachtals. Dabei geht es um die Pflege von Magerwiesen und den Erhalt der seltenen Flora und Fauna.
Eugen Schupp (links) und Hansjürgen Bannasch bei ihrer schweißtreibenden Arbeit an den Hängen des Liederbachtals. Dabei geht es um die Pflege von Magerwiesen und den Erhalt der seltenen Flora und Fauna. | Bild: Manfred Dinort

Für den Fleischbeschau wurde eine neue Gebührenordnung eingeführt. „Die Gebühren werden uns vom Landratsamt in Rechnung gestellt, und wir müssen sie uns von den Nutzern zurückholen“, so Schupp. Für Probleme sorgten die Tauben, die unter dem Dach des Gemeindehauses nisteten und der ständige Taubenkot. Schupp: „Wir sind froh, dass der Ortschaftsrat uns zu Hilfe kam und Sperren gegen die Tauben einrichtete. Im nächsten Jahr stehen die Sanierung des Schlachtraums und die Anschaffung eines Fleischwolfs auf dem Plan. Es sei gar nicht so einfach, an einen Fleischwolf heranzukommen, berichtet Stellvertreter Ralf Rüd, „egal ob neu oder gebraucht.“ Er hoffe aber, demnächst zum Zuge zu kommen. Sanierungsbedarf besteht im Schlachtraum, wo vor allem die Fliesen erneuert werden sollten. „Ich denke, das kriegen wir in Eigenleistung hin“, so Schupp.

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Bilanz zog auch Kassiererin Gertrud Tröndle, die ein Plus in der Kasse auswies. Der zweite Tätigkeitsbereich des Vereins liegt in der Landschaftspflege. Gemäht werden die Trockenwiesen an den steileren Hängen, die sonst zuwachsen würden. Daneben müssen die Bachränder freigehalten und die Obstbäume geschnitten werden. Für einen professionellen Schnitt sorgt Petra Brunner, die für den Verein etwa 300 Bäume bearbeitet. „Das ganze Tal, das wäre für uns zu viel“, so Schupp. „Überhaupt sind wir froh, dass wir den BUND an unserer Seite haben, der uns einen Teil der Arbeit abnimmt.“

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Zu einem Problem könnte die Biberzuwanderung führen. „Einer hat sich ja bereits angesiedelt und deutliche Spuren hinterlassen“, so Schupp. „Er wird uns nicht allzu große Freude machen“, bestätigte Schriftführer und BUND-Mitglied Hansjürgen Bannasch. „Das eigentliche Problem kommt aber erst im Winter auf uns zu, wenn die Nahrungsquellen versiegen und er ans Holz geht, also auch an die Obstbäume.“ Zudem sei zu befürchten, dass weitere Tiere dazukämen. Ortsvorsteher Matthias Schupp dankte dem Verein für sein Engagement.

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