Der Jahresrückblick auf das Dorfleben 2021 in Gurtweil ist erneut durch die Corona-Pandemie geprägt. Auch die geplanten Vorhaben für das begonnene Jubiläumsjahr – der Musikverein wird 150, der Männerchor 100 und die Guggenmusik Bockers 40 Jahre alt – kommen nicht so richtig aus den Startlöchern.

Mit einer eigens gestalteten Atemschutzmaske machte das Schlüchttal-Akkordeon-Orchester (SAO) Gurtweil auf die vielen Probleme in der Corona-Pandemie aufmerksam.
Mit einer eigens gestalteten Atemschutzmaske machte das Schlüchttal-Akkordeon-Orchester (SAO) Gurtweil auf die vielen Probleme in der Corona-Pandemie aufmerksam. | Bild: SAO-Archiv

Überaus treffend illustrierte das Schlüchttal-Akkordeon-Orchester mit einer kreativ gestalteten Mund-Nasen-Schutzmaske das Vereinsjahr 2021 als „Ein Jahr mit Maske“. Das Vereinsleben in Gurtweil wurde durch die Corona-Pandemie beinahe lahmgelegt. Ebenso wurde das Fasnachtstreiben Opfer der Pandemie und auch die Gurtweiler Senioren litten unter Vereinsamung. Es gab kaum Proben, keine Konzerte, keine Ausflüge, eingeschränkte Begegnungen, das heißt: ein Dorfleben auf Sparflamme.

Ein Höhepunkt war 2021 die Seligsprechung des in Gurtweil geborenen Ordensgründers Pater Jordan. Das Zeremoniell fand im 15. Mai in der Lateranbasilika (im Bild) und anderntags im Petersdom in Rom statt.
Ein Höhepunkt war 2021 die Seligsprechung des in Gurtweil geborenen Ordensgründers Pater Jordan. Das Zeremoniell fand im 15. Mai in der Lateranbasilika (im Bild) und anderntags im Petersdom in Rom statt. | Bild: Alfred Scheuble

Einen einzigartigen Höhepunkt hingegen erlebte die Pfarrgemeinde mit der Seligsprechung des in Gurtweil geborenen Ordensgründers Pater Jordan. Das besondere Zeremoniell fand am 15. und 16. Mai in Rom statt. Die geplanten Feierlichkeiten in Gurtweil mussten allerdings um ein Jahr verschoben werden.

Der Abbruch der knapp 100 Jahre alten Schlüchtbrücke in der Pater-Jordan-Straße war 2021 für Gurtweil ein strittiges Thema.
Der Abbruch der knapp 100 Jahre alten Schlüchtbrücke in der Pater-Jordan-Straße war 2021 für Gurtweil ein strittiges Thema. | Bild: Alfred Scheuble

Nicht mehr aufschieben ließ sich hingegen der Abbruch der fast 100 Jahre alten Schlüchtbrücke in der Pater-Jordan-Straße. Ein Jahr lang bleibt nun die innerörtliche Verkehrsverbindung stillgelegt. Der geplante Abbruch der alten Bahnbrücke im Gewann Weihermatt zieht sich zwar noch etwas hin, sorgte aber bereits für strittige Gespräche und letztlich für Beeinträchtigungen der Verkehrsteilnehmer.

Trinkwasser

Über Monate hinweg war auch die Trinkwasserversorgung in Gurtweil stark beeinträchtigt. Eine bakterielle Verunreinigung im Tiefbrunnen sorgte dafür, dass das Wasser zuerst abgekocht und später noch lange gechlort werden musste. Möglicherweise trug das starke Hochwasser, das im Juni auch Schäden an Waldwegen anrichtete, zur Verschmutzung des Tiefbrunnens bei.

Hochwasser

Hochwasser aber dürfte künftig im renaturierten Schlüchtbett kein ernsthafteres Problem mehr sein. Fast alle Schwellen und Abstürze im Flussbett wurden zurück gebaut und erleichtern den Wassertieren nun die Durchgängigkeit des Flusses.

Verkehr

Der Verkehrsfluss in Gurtweils Straßen sorgt hingegen immer wieder für Ärger und ist wohl auch nur unbefriedigend zu lösen. Das zeigte sich wiederholt bei weiteren Lokalterminen. Die Fortschreibung des Lärmaktionsplanes wurde in Auftrag gegeben und die angepeilte Reduzierung auf Tempo 30 in der Schlüchttalstraße steht weiterhin auf der Wunschliste.

Die Verlegung der beiden Umspannwerke von Tiengen (mittig im Hintergrund) und Gurtweil (links im Bildhintergrund) ist vom Tisch. Dies jedenfalls signalisierten die Netzbetreiber eindeutig gegenüber dem Ortschaftsrat.
Die Verlegung der beiden Umspannwerke von Tiengen (mittig im Hintergrund) und Gurtweil (links im Bildhintergrund) ist vom Tisch. Dies jedenfalls signalisierten die Netzbetreiber eindeutig gegenüber dem Ortschaftsrat. | Bild: Raymund Grägel

Ungehindert fließt jedoch der elektrische Strom über die Gurtweiler Köpfe hinweg. Die herausfordernden Überlegungen des Gurtweiler Ingenieurs Engelbert Maier, durch die Verlegung der Umspannwerke auf den Hungerberg das Dorf von den Hochspannungsleitungen zu befreien, weckten große Hoffnungen in der Bevölkerung. Die heimischen Bundes- und Landtagsabgeordneten sowie Vertreter des Landratsamtes informierten sich vor Ort. Inzwischen aber haben die Netzbetreiber gegenüber dem Ortschaftsrat klar zum Ausdruck gebracht, dass lediglich der Rückbau zweier Hochspannungstrassen eine kleine Entspannung bringen wird. Eher darüber freuen werden sich vermutlich die Mitglieder des Tennisclubs Gurtweil, denn jetzt dürfte endgültig klar sein, dass ihnen die Stromnetzbetreiber ein neues Vereinsgelände bauen werden.

Der Beschluss für die Erweiterung der Grund- und Werkrealschule Gurtweil durch den Stadtrat hat nicht nur bei der Schulgemeinde Freude ausgelöst.
Der Beschluss für die Erweiterung der Grund- und Werkrealschule Gurtweil durch den Stadtrat hat nicht nur bei der Schulgemeinde Freude ausgelöst. | Bild: Raymund Grägel

Freuen darf sich auch die Gurtweiler Schulgemeinde, denn im zurückliegenden Jahr ist vom Gemeinderat Waldshut-Tiengen der Beschluss zur Schulerweiterung gefasst worden. Die Baumaßnahmen sollen noch in der ersten Jahreshälfte beginnen.