Corona-Schnelltests sind in aller Munde. Es gibt immer mehr Anlaufstellen, wo sie angeboten werden. Und es gibt auch immer mehr Menschen, die sie aus unterschiedlichen Gründen nutzen – freiwillig zum Schutz von Familie und Kollegen oder, weil sie vorgeschrieben sind, beispielsweise vor einem Grenzübertritt. Aktuell lassen sich auch viele Lehrer und Erzieher, die zu den Berechtigten für kostenlose Tests gehören, testen.

Martina Bergér, die in einem Kindergarten arbeitet, ist eine von ihnen. Unangenehm nennt sie die wenigen Sekunden, in denen ihre Schwester Janina Bergér bei ihr einen Corona-Abstrich macht und hierfür ein Stäbchen tief in ihre Nase einführt, um Untersuchungsmaterial für die folgende Auswertung zu gewinnen. Chemisch gesehen ähnlich wie ein Schwangerschaftstest, funktioniert laut Janina Bergér der Test. Sie ist Mitarbeiterin der Tiengener Apotheke am Seidenhof, die laut eigenen Angaben zu den ersten Apotheken in der Region gehört, die Tests vornahm. Inhaberin der Apotheke ist Ingrid Reich.

Rund vier solcher 25er-Packungen – hier in den Händen von Ingrid Reich – hat die Tiengener Apotheke am Seidenhof seit ihrem Start der Corona-Schnelltests verbraucht.
Rund vier solcher 25er-Packungen – hier in den Händen von Ingrid Reich – hat die Tiengener Apotheke am Seidenhof seit ihrem Start der Corona-Schnelltests verbraucht. | Bild: Ursula Freudig

Rund 100 Schnelltests sind in ihrer Apotheke seit 11. Februar nach vorheriger Anmeldung vorgenommen worden. Er kostet 35 Euro und es dauert rund 15 Minuten bis zum Ergebnis. Bislang war in der Apotheke am Seidenhof noch keiner der Schnelltests positiv. Es werden aber auch, wie allgemein bei Schnelltests, nur symptomfreie Menschen getestet. „Wer erkältet ist oder Husten hat, muss zum Arzt gehen“, so Ingrid Reich.

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Für die Apothekeninhaberin haben Schnelltests Sinn, auch wenn sie ungenauer als die kosten- und zeitaufwendigeren PCR-Labortests sind: „Je mehr wir testen, desto mehr Infektionsketten können durchbrochen werden.“ Möglicherweise kommende kostenlose oder kostengünstige Schnelltests für alle würde Ingrid Reich begrüßen. Allerdings müsste genau geklärt sein, wie testende Einrichtungen auf ihre Kosten kämen. Die Schnelltests in ihrer Apotheke sind nach ihrer Aussage mit einem erheblichen personellen und räumlichen Aufwand verbunden. Mit Blick auf mögliche Selbsttests für Laien sagt sie: „Ich würde auch sie begrüßen, aber sie müssen natürlich korrekt angewendet werden.“

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Seit 1. März bietet mit der Markt-Apotheke eine weitere Apotheke in Tiengen Corona-Schnelltests für 35 Euro nach vorheriger Anmeldung an. Der Kontakt zur Markt-Apotheke ist möglich unter der Telefonnummer 07741/46 86, zur Apotheke am Seidenhof unter der Telefonnummer 07741/75 51.