Welche Chancen und Herausforderungen bietet die Digitalisierung in der Bildung? Dieser Frage ging eine Online-Diskussionsrunde der SPD-Bundestagsabgeordneten Rita Schwarzelühr-Sutter und der SPD-Bundesvorsitzenden Saskia Esken mit rund 25 Teilnehmern nach. „Die Digitalisierung ist eine große Herausforderung, da führt kein Weg dran vorbei“, erklärte Rita Schwarzelühr-Sutter einleitend. Die Corona-Krise habe die Digitalisierung im Bildungsbereich deutlich beschleunigt, waren sich die beiden Politikerinnen einig. „Viel zu lang war digitale Bildung ein Nischenthema für Nerds wie mich. Heute sehen alle die Bedeutung“, betonte Saskia Esken.

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Die staatlich geprüfte Informatikerin berichtete in einem kurzen Vortrag, weshalb Bildung für die SPD ein so wichtiges Thema und ein sozialdemokratisches Anliegen ist. Sie zollte Schülern, Eltern und Lehrkräften Respekt, wie sie in den vergangenen Monaten mit den Einschränkungen umgegangen seien. „Kinder und Jugendliche haben unter den Einschränkungen sehr gelitten. Sie haben viel mehr verpasst als nur Schulstoff“, sagte sie. Deshalb müsse man ihnen so viel Unterstützung zukommen lassen wie möglich.

Die Pandemie habe allen vor Augen geführt, wie sehr unser Leben von einem funktionierenden Bildungs- und Betreuungssystem abhänge. „Der Lockdown hat alte Ungerechtigkeiten vertieft und neue sind dazu gekommen“, erklärte Saskia Esken. Daran müsse man ebenso arbeiten wie an der Frage, was digitale Bildung überhaupt sei. Digitale Bildung muss der SPD-Vorsitzenden zufolge Schülern das Rüstzeug geben, in der digitalen Welt zurechtzukommen und sie mitzugestalten.

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Peter Schallmayer, SPD-Kandidat bei der vergangenen Landtagswahl und Lehrer an der Waldshuter Justus-von-Liebig-Schule, schilderte an diesem Abend Eindrücke aus der Praxis. Er befürchtet, dass die Kluft in Sachen Chancengleichheit zwischen Schülern aber auch zwischen Schulen immer weiter auseinander gehe. „Mehr Digitalisierung muss nicht unbedingt mit mehr Chancengleichheit zusammenhängen, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen“, fasste er zusammen. Zu diesen gehörten beispielsweise mehr Lehrkräfte und Assistenten.

Die Lage in den Schulen

Diese Forderung unterstützten die Teilnehmenden in der anschließenden Diskussionsrunde. Janine Regel-Zachmann, Schulleiterin der Hans-Thoma-Schule in Laufenburg, berichtete anschaulich aus der Praxis: „Wir haben so viele Tablets und Geräte, dafür würde ein Unternehmen zwei IT-Kräfte einstellen. Wir haben dafür zwei Deputatsstunden“, erklärte sie. Fast alles müsse daher in der Freizeit stattfinden, Entlastung sei dringend notwendig.

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Neben zahlreichen den Herausforderungen wurden auch die Chancen durch digitalisierte Bildung herausgestellt. „Selbst wenn Corona vorbei ist, sind viele Lehrkräfte und Schüler begeistert von den Möglichkeiten, die die Digitalisierung bietet“, war Teilnehmerin Johanna Vogt, Vorsitzende Gesamtelternbeirat Konstanz, überzeugt.