Waldshut-Tiengen – Eine positive Bilanz zog die Baugenossenschaft Tiengen bei ihrer Mitgliederversammlung im katholischen Pfarrsaal Tiengen zum Geschäftsjahr 2021. Regie führten der Vorsitzende des Aufsichtsrates Wolfgang Müller und die geschäftsführende Vorsitzende Dagmar Bodmer.

Die Baugenossenschaft Tiengen ist eine reine Vermietungsgenossenschaft. Vermietet werden Wohnungen, Garagen und Parkplätze an private Personen, die Mitglieder der Genossenschaft sein müssen. Die Genossenschaft verwaltet 165 Wohnungen in 33 Gebäuden, 42 Garagen und 88 Stellplätzen, alle im Stadtteil Tiengen.

Der Schwerpunkt der wohnungswirtschaftlichen Tätigkeit lag im letzten Jahr wieder in der Instandsetzung und Modernisierung des genossenschaftlichen Gebäude- und Wohnungsbestandes. Dafür wurden 2021 rund 300.000 Euro ausgegeben, im Vorjahr waren es 274.000 Euro. Für die Fertigstellung einer neuen Wohnung sowie der Errichtung eines überdachten Müllplatzes kamen nochmals 100.000 Euro dazu.

„Unser Ziel ist es“, so Wolfgang Müller, „den Bestand zu sichern, Leerstände zu vermeiden und die Wohnungen schnellstmöglich weiter zu vermieten.“ Zu den wichtigsten Maßnahmen zählten Teilsanierungen von Gebäuden in der Köllerstraße und der Schillerstraße, sowie der Austausch von Fenstern und Türen bei diversen Immobilien. Größte Einzelmaßnahme war laut Rechenschaftsbericht die Neuanlage einer Dachgeschosswohnung in der Schaffhauserstraße, die sich auf 85.000 Euro belief.

Gekündigte Wohnungen konnten zum größten Teil wieder zeitnah vermietet werden, sofern die Wohnungen nicht grundsaniert werden mussten. Der Mitgliederbestand blieb unverändert: Einem Abgang von neun Mitgliedern stand ein gleich hoher Zugang gegenüber.

Die Bilanzsumme kletterte auf 3,9 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote lag bei 1,7 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss betrug 98.000 Euro. Auch im neuen Geschäftsjahr, so erklärte Dagmar Bodmer, werde der Schwerpunkt wieder bei den Instandsetzungs- und Sanierungsarbeiten liegen.

Nach wie vor seien die Auswirkungen der Corona-Pandemie aber auch anderer internationaler Konflikte spürbar gewesen: „Engpässe bei den Materiallieferungen, ausgelastete Handwerker, Preissteigerungen und höhere Zinsen sind Probleme, mit denen wir auch in Zukunft zurechtkommen müssen,“ sagte Bodmer.

Bei den Wahlen wurde Astrid Strittmatter neu in den Aufsichtsrat gewählt. Sie trat damit die Nachfolge von Bernhard Gäßler an, der nach 42 Amtsjahren nicht mehr für eine Wiederwahl zu gewinnen war. Ingrid Eble trug den Prüfungsbericht der Aufsichtsbehörde vor, der keine Beanstandungen enthielt und der Genossenschaft eine „geordnete Vermögenslage“ bestätigte.