Wenn die Hochrheinbahn im Abschnitt von Basel bis Erzingen elektrifiziert und ausgebaut wird, gibt es auch umfangreiche Baumaßnahmen im und um den Waldshuter Bahnhof. Ein Sprecher der DB Netz AG formulierte es im Livestream der Informationsrunde im Landratsamt vor wenigen Wochen salopp: „Den Bahnhof Waldshut krempeln wir einmal komplett um.“

Empfangsgebäude bleibt verschont

Alles muss dem neuen System mit Oberleitungen angepasst werden. Unter anderem wird dann ein durchgängiger Bahnverkehr in die Schweiz ermöglicht. Nur das bestehende, 1856 erbaute Empfangsgebäude bleibt verschont. „Das genießt Ensembleschutz“, sagt der Bahnsprecher. Auch am Bahnhof in Tiengen sind Umbauarbeiten geplant.

Anpassung der Bahnsteige

Damit die neuen Elektrozüge fahren können, sind viele Anpassungen nötig. Nicht nur neue Oberleitungen werden gebaut. Die Bahnsteige bekommen eine einheitliche Höhe von 55 Zentimeter. Was in der Schweiz laut Bahnsprecher Standard sei.

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Wie an vielen anderen Bahnsteigen entlang der Strecke wird auch im Bahnhof Waldshut Barrierefreiheit hergestellt. Es entstehen neue Aufzüge zum Bahnsteig 1 und zu den Gleisen 2 und 3. Bisher sind diese nur über eine Treppe zu erreichen.

Neuer Bahnsteig an Gleis 4

An Gleis 4 soll ein neuer Bahnsteig gebaut werden. Der Zugang erfolgt über die dem Empfangsgebäude gegenüber liegende Seite, wo sich das Gewerbegebiet anschließt. Dort befindet sich bereits ein Aufzug.

Die Tankanlage kommt weg. Neue Weichen werden verlegt, um die Einfahrt für die Züge geschmeidiger zu gestalten und die Durchfahrt ins Schweizer Bahnnetz zu ermöglichen, so der Sprecher der DB Netz AG.

Das Schweizer Zickzack

In die Oberleitung werde ein so genanntes Schweizer Zickzack eingebaut. Der Sprecher der Bahn erklärt: „Die Oberleitung wechselt im Verlauf die Seiten, in der Schweiz ist das Zickzack etwas breiter.“

Für den Bau der Oberleitung sind einige Anpassungen an der Gleisanlage nötig. Im Bereich der Kolpingbrücke müssen die Gleise um etwa einen Meter abgesenkt werden. „Das ist ein enormer Eingriff in den Unterbau“, so der Fachmann.

Trasse kommt in die Mitte

Die jetzige Trasse im Aarbergtunnel wird in die Mitte verlegt, um die Höhe für den Einbau der Deckenstromschienen zu nutzen. Er erklärt: „Der Aarbergtunnel ist eigentlich für zwei Gleise ausgelegt.“ Dies gestaltet die Maßnahmen etwas einfacher als derjenigen am Rappensteintunnel in Laufenburg.

Züge fahren in die Schweiz durch

Der Waldshuter Bahnhof wird zum Grenzbahnhof. Nach dem Umbau und den Anpassungen, auch der Technik im Stellwerk, können alle Schweizer Züge an drei Gleisen halten. Sie sind mit Schweizer Technik nutzbar. Umgekehrt können die neuen Züge der Deutschen Bahn künftig in die Schweiz durchfahren. Das heißt, die Fahrgäste müssen nicht mehr in Waldshut umsteigen.

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Zudem bekommt Waldshut-Tiengen den neuen Bahnhaltepunkt Waldshut West. Der wird in Höhe des Viehmarktplatzes beim Landratsamt neu gebaut. Wobei der Bahnsprecher auf die dortige schwierige Situation mit der Straßenführung hinweist, was die Planung etwas erschwerte. „Ich denke, wir haben eine gute Lösung gefunden, wie der Zugang barrierefrei gestaltet werden kann.“

Im Stadtteil Tiengen errichtet die Bahn zwischen Schlücht und Feldbergstraße ein neues Umspannwerk, das ans Hochspannungsnetz angeschlossen wird. Auch der Bahnhof Tiengen wird ausgebaut. Er erhält ein neues zweites Gleis und einen neuen Bahnsteig. Er wird zum Kreuzungsbahnhof.

Der Bahnhof Tiengen wird im Zuge der Elektrifizierung ebenfalls umgebaut und wird zur Kreuzungs-Station.
Der Bahnhof Tiengen wird im Zuge der Elektrifizierung ebenfalls umgebaut und wird zur Kreuzungs-Station. | Bild: Juliane Schlichter