Matthias Sochor

Charles Lewinsky hat im Hochrhein-Gymnasium aus dem Roman „Sein Sohn“ vorgelesen. 80 Gäste genossen eine Literaturstunde mit Einblicken in die Schreibwerkstatt des Autors. Er habe zunächst ein Buch gelesen über alle gekrönten Häupter, die sich jemals in der Schweiz aufgehalten haben und sei so auf die historisch verbürgte Existenz eines Kindes gestoßen mit dem Namen Louis Chabos, erklärte der in Zürich lebende und international erfolgreiche Autor Charles Lewinsky zu Beginn der Lesung im Musiksaal des Hochrhein-Gymnasiums.

Nur sei über diesen Louis Chabos nicht mehr bekannt, als dass seine Mutter als einfache Köchin in Graubünden gelebt hatte. Sein Vater aber war kein Geringerer als der Herzog von Orléans, dieser saß zwischen 1830 und 1848 als König Louis-Philippe I. auf dem französischen Thron. Verbürgt sei zudem, dass der Knabe nach seiner Geburt 1794 in einem Waisenhaus in Mailand abgegeben wurde. Dann las Lewinsky drei Passagen aus seinem Roman „Sein Sohn“, in denen diese Figur beziehungsweise ihre Lebensgeschichte im historischen Kontext lebendig wurde. Die Handlung ist fiktiv, orientiert sich jedoch immer wieder an realen Gegebenheiten und vermittelt dadurch plastische Einblicke in jene Epoche.

Charles Lewinsky erfüllte am Ende der Lesung Signierwünsche.
Charles Lewinsky erfüllte am Ende der Lesung Signierwünsche. | Bild: Matthias Sochor

Die 80 Gäste hörten interessiert und amüsiert zu. Im Anschluss nutzten sie gern das Angebot des Autos, Fragen zu stellen. In seinen Antworten gewährte Lewinsky Einblicke in seine Schreibwerkstatt. Er recherchiere intensiv, dies sei eher eine unbestimmte Suche nach Impulsen aus der Historie für den Roman. Seine Texte betrachte er nicht als „ausgekippte Zettelkästen“, sondern als das Ergebnis eines Schreibens der Geschichte im sich entwickelnden Nacheinander.

Und das mache richtig viel Arbeit, die man aber beim Hör- oder Lesevergnügen nicht sofort merken solle. Hier bemühte Charles Lewinsky zur Erheiterung des Publikums das Bild vom schwimmenden Schwan: Dieser gleite für alle sichtbar stets elegant über die Wasseroberfläche, während er darunter immer kräftig strampeln müsse.