Der „Azubi Award 2021“ in den Kaufmännischen Schulen in Waldshut ist in diesem Jahr unter besonderen Vorzeichen gestanden. Nachdem die Veranstaltung 2020 der pandemiebedingten Gesamtsituation zum Opfer gefallen ist, war es den Organisatoren in diesem Jahr ein besonderes Anliegen, den Verkäufer-Wettkampf wieder auf die Beine zu stellen, damit er unter Berücksichtigung aller Corona-Regeln stattfinden kann.

Sieben Minuten Zeit hatten die Teilnehmer, um die Testkäufer von ihrer Ware zu überzeugen.
Sieben Minuten Zeit hatten die Teilnehmer, um die Testkäufer von ihrer Ware zu überzeugen. | Bild: Andreas Thoß/Kaufmännische Schulen Waldshut-Tiengen

„Die Organisation des diesjährigen Wettbewerbs war eine große Herausforderung für uns“, berichtete Andrea Thoß. Sie ist Studienrätin an den Kaufmännischen Schulen und hat gemeinsam mit Studiendirektor a. D. Rolf Eichhorn und ihrer Kollegin Eva Bayer den Wettbewerb um den Verkäuferpreis organisiert. Doch bald waren die Anfangsschwierigkeiten überwunden und es waren genügend Teilnehmer aus den Reihen der Auszubildenden im Einzelhandel bereit, sich den prüfenden Blicken der Jury zu stellen.

Übertragung im Internet

Um auch den Schulen außerhalb die Möglichkeit zu bieten, sich als Zuschauer an dem Wettbewerb zu beteiligen, wurde die Veranstaltung zum ersten Mal ins Internet verlegt. Lediglich die Akteure versammelten sich gemäß der 3G-Bestimmungen im Musiksaal der Schule. Die Zuschauer wurden online zugeschaltet. Neu war auch, dass die Zuschauer nicht nur aus Schülern der Kaufmännischen Schulen bestanden. „Wir sind aus der eigenen Schule herausgetreten und haben die Klassen der Christlichen Schule Hochrhein aus Waldshut und der Grund- und Werkrealschule Gurtweil zugeschaltet, die live die simulierten Verkaufsgespräche der Akteure mitverfolgt hatten.“

Einfache Teilnahme

„Gerne möchten wir es im nächsten Jahr auch weiteren Schulen ermöglichen, sich als Zuschauer an dem Wettbewerb zu beteiligen“, sagt Andrea Thoß weiter. Denn dass diese Maßnahme bei den Schülern und den Lehrern der anderen Schulen gut angekommen ist, zeigt die Reaktion von Lehrerin Natalie Rindt von der Grund- und Werkrealschule Gurtweil: „Es war eine tolle Möglichkeit, unkompliziert am ‚Azubi Award‘ teilzunehmen und das Gesehene direkt in den Unterricht einzubinden“, sagt sie. Viele Schüler seien dadurch auch noch einmal neu auf den Handel aufmerksam geworden. Denn das sei das Ziel des Wettbewerbs.

Werben um Auszubildende

So bekamen potenzielle künftige Auszubildende einen Einblick in das vielseitige Geschäftsfeld der Kaufleute und fieberten mit den Kandidaten mit. „Der Ausbildungsberuf des Einzelhändlers oder des Verkäufers genießt in einer Grenzregion wie der unseren eine besondere Bedeutung“, weiß die Studienrätin. Auch müssten Antworten gefunden werden auf den immer weiter um sich greifenden Interneteinkauf, der mitunter zur teilweisen Verödung von Innenstädten führe. „Hervorragende Beratung, gepaart mit einem Erlebniseinkauf und ansprechendem Sortiment, sichert nicht nur die Kundenbindung, sondern generiert auch zusätzliche Umsätze“, erklärt Andrea Thoß.

Der Wettbewerb

Im Wettbewerb standen den acht Teilnehmern acht Testkäufer gegenüber. Dabei handelte es sich um erfahrene Geschäftsleute aus Waldshut und Tiengen sowie vier Lehrer der Kaufmännischen Schulen. Insgesamt sieben Minuten hatte jeder Teilnehmer Zeit, die Jury von seinen Verkaufsqualitäten zu überzeugen. Auch der Gesamteindruck wurde bewertet und wie der Auszubildende dem Kunden gegenüber auftrat. Maximal zehn Punkte konnten von der Jury vergeben werden.