Wer sieben Mal im Jahr beim Falschparken erwischt wird, der erhält auf Anordnung der Stadt ein Fahrverbot von drei Monaten, berichtete die Presse im Spätherbst 1985. „Solche Leute zeigen, dass sie nicht bereit sind, die Regeln zu beachten“, unterstrich OB Franz-Joseph Dresen seine Absicht, als Ortspolizeichef auch mal den Knüppel aus dem Sack zu holen. Ausgelöst vom Frust über den einen und anderen notorischen Falschparker, die schon fast lustvoll die Kraftprobe mit der Stadt suchten.

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„Aber hoppla“ raunte es in der Bevölkerung, als Dresen den Fehdehandschuh aufnahm. Was über Tage hinweg das Lieblingsthema in den Spalten der Lokalpresse war. Und als es in einer Zeitung gar hieß, Falschparker-Jäger Dresen sei vom Innenministerium höchst selbst zurückgepfiffen worden, legte der OB nach: „Wir haben das Recht, ein dreimonatiges Fahrverbot gegen rigorose Falschparker auszusprechen“, beharrte er in einem weiteren Pressegespräch und schilderte das Prozedere: Nach vier Strafzetteln folgt beim fünften Falschparken eine Anzeige, beim sechsten Mal eine weitere Anzeige und die Warnung, dass beim siebten Mal das Fahrverbot droht. Woraus deutlich wurde, dass die Stadt an jene hartleibigen Kunden dachte, die den Stadtpolizisten durch beharrliches Überschreiten der Verkehrsvorschriften ständig auffielen. Allein ihnen sollte mit dem Fahrverbot gedroht werden.

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Nicht gemeint war der 08/15-Parksünder, der mal hier und mal dort das Pech hatte, sich ein Knöllchen einzufangen. Selbst bei mehr als sieben Strafzetteln im Jahr wollte diesen Leuten niemand an den Führerschein. Dresen lüftete denn auch den Schleier, wer Auslöser des ganzen gewesen war: Eine Frau, die ihr Auto stets an der gleichen Stelle im Parkverbot abstellte und sich davon trotz vieler Strafzettel und gutem Zureden nicht abbringen ließ. Weshalb die Stadt das Fahrverbot aussprach. Das vor Gericht gelandete Verfahren war noch offen, als die Parksünderin aus Waldshut wegzog. Worauf das Ordnungsamt den Fall einstellte – und bis heute kein Fahrverbot wegen Falschparkens verhängte.