In Zeiten der Corona-Krise erinnert man sich an Freunde, nimmt Kontakt auf und fragt nach. Wie geht es den Freunden in Ruanda, fragen sich dieser Tage die Schüler und Lehrer der Justus-von-Liebig-Schule in Waldshut und die Mitglieder des Freundeskreises für Save. Ruanda hat derzeit 54 (registrierte) Infizierte. „Was ist das im Vergleich zu den Tausenden von Toten in Europa und Amerika“, schreiben die Schwestern und Verantwortlichen des Collège Immaculée Conception (CIC), der Partnerschule in Save im Süden von Ruanda. Seit gut zwei Wochen sei das Land in „maximaler Corona-Alarmbereitschaft“.

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Wie bei uns wurden auch in Ruanda Schulen und Kirchen geschlossen, Feste und Veranstaltungen verboten sowie Hände waschen und „social distance“ angeordnet. Der Flugverkehr ist eingestellt. Fast alle Besucher und Experten haben das Land verlassen. Ähnlich wie bei uns in Deutschland dürfen Lebensmittelläden und Apotheken offen bleiben. Wer eben kann, soll von zuhause aus arbeiten. Wer auf der Straße angehalten wird, muss sich ausweisen.

Kaum Unterstützung vom Staat

Doch anders als hier bei uns gibt es kaum staatliche Hilfen. Die Städte sind wie leergefegt, all die kleinen Straßenhändler, Mototaxis und Gelegenheitsarbeiter verdienen kein Geld mehr. Viele erinnern sich an ihr Zuhause auf den Hügeln, schlagen sich zu Fuß durch, und landen, wenn sie von der Polizei aufgegriffen werden, im Gefängnis. „Wir sehen, wie sie zunehmend in die Unterernährung rutschen“, heißt es in der E-Mail aus Zentralafrika, auch wenn die „Bewacher“ behaupten würden, die Gefängnisinsassen – untergebracht auf engstem Raum (social distance?) – würden gut ernährt.“

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Manche der Freunde in Europa würden fragen, wie sie Ruanda helfen können, ist weiter zu lesen. Die klare Antwort: „Eigentlich gar nicht. Masken habt Ihr selber nicht und außerdem gibt es keinen Transport. Über gelegentliche Mutmacher-Grüße freuen wir uns trotzdem.“ Wann das Collège Immaculée Conception wieder seinen Betrieb aufnehmen kann, hängt natürlich, wie bei uns, von der weiteren Entwicklung der Pandemie ab. Sicher sind die Menschen in Ruanda medizinisch weniger gut betreut.

Immerhin gibt es aus Save positive Nachrichten über die ersten Monate des neuen Schuljahres. Bei der staatlichen Evaluation schnitt die Sekundarschule bestens ab. „Die gut funktionierende Partnerschaft zur Justus-von-Liebig-Schule in Waldshut bleibt für uns ein gutes Aushängeschild“, freut sich CIC-Schulleiterin Schwester Catherine.

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Angeregt von den jährlich stattfindenden Aktionen Tagwerk und den Weihnachtsaktionen zur Adventszeit haben die CIC-Schüler kürzlich eine Art Förderkreis gegründet. Mit der „Aktion Justus“ sollen nach Möglichkeit Spenden erlöst und damit kleinere Anschaffungen für bedürftige Schüler finanziert werden. „Es ist das erste Mal, dass unsere Schüler so etwas anregen“, war im Telefonat mit Schwester Catherine Stolz und Freude herauszuhören.

Die Justus-von-Liebig-Schule in Waldshut-Tiengen unterhält seit Jahren eine Partnerschaft mit einer Schule in Save/Ruanda (Afrika). Unser Bild zeigt die Schulleiterin Schwester Catherine bei der Inbetriebnahme der neuen Schulküche vor anderthalb Jahren.
Die Justus-von-Liebig-Schule in Waldshut-Tiengen unterhält seit Jahren eine Partnerschaft mit einer Schule in Save/Ruanda (Afrika). Unser Bild zeigt die Schulleiterin Schwester Catherine bei der Inbetriebnahme der neuen Schulküche vor anderthalb Jahren. | Bild: privat

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