Zum zweiten Mal in Folge wird der Internationale Frauentag von der Corona-Krise überschattet. Während die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Waldshut, Anette Klaas, im vergangenen Jahr kurz vor dem ersten Lockdown rund 100 Besucher anlässlich des Weltfrauentags im Landratsamt begrüßen konnte, wird es 2021 keine Veranstaltung geben.

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Stattdessen beteiligt sich der Landkreis an der Flaggenaktion der Stadtverwaltung Waldshut-Tiengen, die zum 8. März vor den beiden Rathäusern der Doppelstadt jeweils ein großes Banner hissen wird, um auf die Rolle der Frau in der Gesellschaft aufmerksam zu machen.

„Es sind in der Regel die Frauen, die den Laden am Laufen halten“, erklärt der Waldshut-Tiengener Oberbürgermeister Philipp Frank bei einem Pressegespräch anlässlich des 8. März. Die Stadt zeige bei verschiedenen Tagen Flagge, erklärt er, beispielsweise neben dem Weltfrauentag auch zum Tibet-Tag am 10. März, der an die völkerrechtswidrige Besetzung des eigenständigen Staats Tibet durch die Volksrepublik China im Jahr 1959 erinnert.

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Mit der Flaggenaktion zum Tag der Frau will die Stadt Waldshut-Tiengen gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises, Anette Klaas, ihre Solidarität zum Ausdruck bringen. Gerade in Zeiten der Pandemie werde, so der OB, deutlich, welche wichtige Stellung Frauen in der Gesellschaft haben und wie wenig dies Beachtung findet: Viele Frauen sind gleichzeitig Mütter, Berufstätige, Lehrerinnen im Home-Schooling, Pflegende von Angehörigen Partnerinnen und vieles mehr. „Durch die Corona-Pandemie wird die klassische Rollenverteilung weiter zementiert“, erklärt Anette Klaas. Und ein weiteres Problem sei durch den Lockdown verstärkt worden, weiß die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises: „Fälle von häuslicher Gewalt haben auch im Landkreis Waldshut durch Corona zugenommen.“

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Silke Padova, Leiterin des städtischen Kinder- und Jugendreferats, begrüßt ebenfalls die Flaggenaktion. „Ich finde es gut, dass wir ein Zeichen setzen“, sagt sie im Gespräch mit dieser Zeitung. Gerade die offene Jugendarbeit, die zu ihrem Aufgabengebiet zählt, sei oftmals sehr „jungslastig“. Das Kinder- und Jugendreferat setzte daher auf besondere Angebote, die Mädchen und jungen Frauen einen geschützten Raum bieten, in dem sie sich austauschen können. Coronabedingt pausiert die Mädchengruppe allerdings. Padova ist es nach eigener Aussage wichtig, „Mädchen zu bestärken, sich auch mal in die erste Reihe zu stellen“.

Auf den Weltfrauentag folgt in diesem Jahr am 10. März der sogenannte „Equal pay day“, initiiert vom Netzwerk BPW für Unternehmerinnen und berufstätige Frauen, der auf die unterschiedliche Bezahlung von Männern und Frauen aufmerksam machen soll. „Im öffentlichen Dienst finde ich es schön, dass Männer und Frauen gleich viel verdienen – anders als in der freien Wirtschaft“, erklärt Ingrid Eble, Hauptamtsleiterin und Gleichstellungsbeauftragte der Stadtverwaltung Waldshut-Tiengen.

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