Was ist denn das für ein Fuzzi? Diesen Begriff für einen „komischen Typ“ gibt es noch heute. Doch weshalb Fuzzi? Die Antwort kennen fast nur noch Leute um die 70. Und da auch wohl fast nur Männer. Denn „Fuzzy“, über den sie sich im zarten Jünglingsalter im Kino schlapp lachten, dürfte kaum ein Mädchen interessiert haben. Nicht einmal, wenn die Mädchen von ihren Freunden in die Spätvorstellung mitgeschleppt wurden. Ihre Teen-agerliebe erduldete sogar „Fuzzy“ – den eigensinnigen, trotteligen Cowboy, der an der Seite des coolen Helden für Komik und flotte Sprüche sorgte.

Die Zeit des Kinos

„Fuzzy“, zwischen 1940 und 1950 dargestellt vom US-Schauspieler Alfred St. John (1893 bis 1963), ritt vor 65 Jahren im „Ali“ Waldshut im Kampf gegen „Texasbanditen“ über die Leinwand. Es war die große Zeit des Kinos. Das Fernsehen steckte in den Kinderschuhen, erst wenige Haushalte besaßen eigene TV-Geräte, das Spielfilmangebot war mager. Wer Filme sehen wollte, musste ins Kino. Von diesem Boom profitierten vor 65 Jahren sieben Kino-Betriebe zwischen Lauchringen und Laufenburg, fünf von ihnen gibt es nicht mehr.

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Von diesen fünf waren die am 27. Juli 1956 eröffneten „Albtal-Lichtspiele“ in Albbruck am Bahnhofsvorplatz das damals neueste Kino, gebaut von zwei Schweizer Investorinnen. Etwa zwölf Jahre hielt es durch. In Laufenburg war es das „Rheingold“ in der Nachbarschaft des Hotels „Alte Post“. Es gehörte einer Kinobetreiberin aus Bad Säckingen. In Tiengen gab es neben dem 2003 aufgegebenen „Ali“ das in den 1950er Jahren an der Schaffhauser Straße erbaute „Rex“ eines Betreibers aus der Schweiz. Es wich einem Reifenhandel. In Unterlauchringen waren im ehemaligen Rathaus die „Schwan-Lichtspiele“ untergebracht, die noch bis in die 1970er Jahre betrieben wurden.

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Übrig geblieben sind die beiden traditionsreichen Kinos „Ali“ und „Bernhalde“ in Waldshut. Sie erwachen inzwischen aus dem von Corona erzwungenen Dornröschenschlaf. Worauf alle Fans der großen Filmleinwand ungeduldig gewartet haben.