Bevor er nach fast zehn Jahren geht, knallte er dem Jestetter Gemeinderat noch einmal ein richtig fettes Zahlenwerk auf den Tisch. Über 300 Seiten schwer. Und als Krönung verordnete Kämmerer Heiko Weißenberger, Herr der Zahlen, der Verwaltung und dem Gremium zum Abschied einen Sparkurs. Mit anderen Worten: Die Gemeinde muss abspecken, den Rotstift ansetzen. Dafür erhielt er von den Räten einen prall gefüllten Geschenkkorb aus dem Dorfladen in Altenburg.

Tja – die einen sind auf Diät, Weißenberger darf sich an den Speisen laben. Da huschte ihm doch ein Lächeln übers Gesicht. Andreas Merk oblag die Aufgabe, dem scheidenden Kämmerer in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Nahrungsmittel zu überreichen. Mit den Worten: Wenig Gesundes, aber besonders Nahrhaftes.

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Ob die Jestetter Finanzen gesund sind? Das Papier, auf dem die vielen Zahlen gedruckt sind, ist auf jeden Fall kaum nahrhaft. Und die vielen Tabellen, Erläuterungen und Ziffern sind bestimmt schwer verdaulich. Dagegen dürften die Naschereien im Korb Weißenberger eher kaum auf dem Magen liegen. Deshalb hat er gut Lachen. Ganz wohl war ihm nicht: „Darf ich das überhaupt annehmen?“

Jetzt machten ihm die Mandatsträger den Abgang doch noch schwer. Sie standen auf, applaudierten – minutenlang. Für seine hohe Kunst, mit den Zahlen zu jonglieren. Dafür, dass er die Finanzen stets im Griff hatte. Tja, Beifall ist des Künstlers Brot. Das obwohl er unumwunden zugab, dass er manchmal bockig gewesen sei und geschimpft habe. Schwamm drüber. Wir wünschen auf jeden Fall einen guten Appetit.

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